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Titelaufnahme

Titel
Regionale Aspekte des Feststoffmanagements als Grundlage für den naturnahen Wasserbau im Mühlviertel und im Bayerischen Wald
VerfasserHauer, Christoph ; Höfler, Sarah ; Flödl, Peter ; Gumpinger, Clemens ; Habersack, Helmut ; Holzinger, Jacob ; Kloibmüller, Alexander ; Leitner, Patrick ; Lichtneger, Petr ; Mayer, Tobias ; Ottner, Franz ; Riechl, Daniela ; Wagner, Beatrice ; Walter, Torben ; Weingraber, Felix ; Graf, Wolfram
Erschienen in
Österreichische Wasser- und Abfallwirtschaft, Berlin, 2016, Jg. 68, H. 11, S. 488-502
ErschienenSpringer, 2016
SpracheDeutsch
DokumenttypAufsatz in einer Zeitschrift
Schlagwörter (DE)Feststoffmanagement / Schutzwasserwirtschaft / Gewässerökologie / Klimawandel
Schlagwörter (EN)Sediment management / Water conservation / Freshwater ecology / Climate change
ISSN1613-7566
URNurn:nbn:at:at-ubbw:3-1886 Persistent Identifier (URN)
DOI10.1007/s00506-016-0353-0 
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Regionale Aspekte des Feststoffmanagements als Grundlage für den naturnahen Wasserbau im Mühlviertel und im Bayerischen Wald [2.79 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Der naturnahe Wasserbau besitzt aufgrund seiner Begrifflichkeit bereits den Anspruch, natürliche und naturnahe Rahmenbedingungen und Prozesse in Planungen von wasserbaulichen Maßnahmen wie Hochwasserschutz oder Ufersicherungen miteinzubeziehen. Hier spielt in einer mittel- bis längerfristigen Betrachtung der Feststoffhaushalt eines Fließgewässers eine entscheidende Rolle. In Bezug auf natürliche oder anthropogene Veränderungen können Defizit und Überschuss zu entscheidenden und nachhaltigen Veränderungen der Lebensraumqualität führen. Vor allem in der Region der Böhmischen Masse ist ein Überschuss von Grobsand- und Feinkiesfraktionen (Korndurchmesser 1 bis 10 mm) verantwortlich für regionale Probleme sowohl in Bezug auf den Hochwasserschutz als auch für die Gewässerökologie, wie z. B. hinsichtlich des Erhalts von Kieslaichplätzen und Flussperlmuschelpopulationen. Im Forschungsprojekt „Feststoffmanagement im Mühlviertel und im Bayerischen Wald“ konnte in umfangreichen Untersuchungen neben dem Ist-Zustand in acht ausgewählten Einzugsgebieten auch ein vertieftes Prozessverständnis hinsichtlich Ursachen und Wirkungszusammenhängen der kontinuierlichen Versandung gewonnen werden. Neben land- und forstwirtschaftlichen Aspekten wie der offenen Drainagierung von Wiesengräben oder dem Einfluss von Fichtenmonokulturen, konnten vor allem Aspekte der globalen Erwärmung (Zunahme der Starkniederschläge) oder des Sedimenttransportverhaltens für die zunehmende Degradierung des aquatischen Lebensraums bzw. die immer wiederkehrenden schutzwassertechnischen Anforderungen von Gewässerräumungen als Hauptursachen ausgemacht werden. Die aus dem hier vorgestellten Projekt gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für zukünftige Maßnahmen des naturnahen Wasserbaus zur nachhaltigen Sanierung der Fließgewässer der Böhmischen Masse.

Zusammenfassung (Englisch)

The aim of near-natural river engineering is to consider natural and near-natural framework conditions and processes in the planning of river engineering projects like flood protection or bank stabilization measures a context in which the mid to long-term monitoring of sediment and sediment dynamics plays a central part.

With regard to natural and anthropogenic changes, deficits and surpluses of sediments can result in massive and sustainable changes in habitat quality of rivers. Especially in the region of the Bohemian Massif, a surplus of coarse sand and fine gravel (grain size 1 to 10 mm) is the cause of regional problems, both in terms of flood protection and freshwater ecology.

Basic and applied research conducted in the project “Sediment management in the Mühlviertel and the Bavarian Forest” documented not only the status quo of eight selected catchment areas, but also yielded valuable insights into the causes and interrelations responsible for river bed degradation due to coarse sand inputs. In addition to agricultural and forest management aspects like the open drainage of meadow ditches or the influence of spruce monocultures, the impacts of global warming (increased frequency of heavy rains) and sediment transport dynamics were identified as the major causes of the increasing degradation of aquatic habitats and the need for an integrative sediment management in the investigated rivers.

The results presented in this paper deliver important information for future near-natural river engineering measures in order to restore rivers in the region of the Bohemian Massif.

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