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Titelaufnahme

Titel
Historische morphologische Veränderung der südlichen Wiener Donauzubringer 1755-2010 / verfasst von: Julia Tanzer
VerfasserTanzer, Julia
GutachterHohensinner, Severin ; Jungwirth, Mathias
ErschienenWien, Jänner 2016
UmfangVI, 131 Seiten, 38 ungezählte, gefaltete Blätter : Illustrationen, Diagramme, Karten
HochschulschriftUniversität für Bodenkultur Wien, Univ., Masterarbeit, 2016
Anmerkung
Mit englischer Zusammenfassung
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Donauzubringer, Wien, regressive-iterative historische Rekonstruktion, morphologische Veränderungen
Schlagwörter (EN)Danube tributaries, Vienna, regressiv-iterative historic reconstruction, morphological changes
Schlagwörter (GND)Wien <Süd> / Donau / Flusslandschaft / Gewässerausbau / Renaturierung <Ökologie> / Geschichte <1755-2010>
URNurn:nbn:at:at-ubbw:1-23129 Persistent Identifier (URN)
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 Das Werk ist frei verfügbar
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Historische morphologische Veränderung der südlichen Wiener Donauzubringer 1755-2010 [59.05 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Masterarbeit ist Teil des interdisziplinären FWF-Projekts URBWATER (Viennas urban waterscape 1683-1918. An Environmental History), das sich mit den Wechselwirkungen zwischen Gewässerlandschaft, städtischer Entwicklung und Wassernutzung vom späten 17. bis ins 20. Jahrhundert beschäftigt. Wie in vielen anderen Städten haben Menschen und ihre Bedürfnisse nach Siedlungserschließung, Hochwasserschutz und Energiegewinnung die Gewässermorphologie und -dynamik in und um Wien beeinflusst. Dies hatte oft unbeabsichtigte Folgen, wodurch es weiterer Eingriffe bedurfte. In der Masterarbeit werden die Gewässerlandschaft der südlichen Wiener Donauzubringer und hydraulisch wirksame Strukturen für acht Zeitpunkte zwischen 1663/83 und 2010 mit Hilfe eines regressiv-iterativen Ansatzes in einem geographischen Informationssystem (GIS) rekonstruiert. Historische Karten, wasserbautechnische Pläne und schriftliche historische Quellen dienen als Basis für die Rekonstruktion. Anschließend werden die Auswirkungen menschlicher Eingriffe in die natürliche Gewässerlandschaft über die Zeit hinweg analysiert. Die Entwicklung von einer landwirtschaftlich geprägten Landschaft mit wenigen kleinen Dörfern zu einem dicht besiedeltem städtischen Gebiet ging mit gravierenden Veränderungen in der Gewässerlandschaft einher: Beschränkten sich menschliche Eingriffe im 17. und 18. Jahrhundert auf lokale Erosionsschutzmaßnahmen und Mühlbachausleitungen, wurden nach 1900 Bäche zunehmend begradigt und eingewölbt, um Platz für das städtische Wachstum zu schaffen. Dies ging mit einem Verlust an Oberflächengewässern um 29% im gesamten Projektgebiet bzw. 39% in den stärker besiedelten Donauterrassenlandschaften und einem Rückgang der Sinuosität (Laufentwicklung) an der Liesing von 1,21 (gewunden) auf 1,01 (gestreckt) zwischen 1755 und 2010 einher. Die Folgen dieser Entwicklungen wirken sich bis heute auf die Kosten und Durchführbarkeit geplanter Renaturierungs- und Hochwasserschutzprojekte aus.

Zusammenfassung (Englisch)

This master thesis is part of the interdisciplinary project URBWATER (Viennas urban waterscape 1683-1918. An Environmental History), looking at the links between water bodies, urban development and human water uses in Vienna from the late 17th to the 20th century. Like in many other cities, humans and their needs for urban development, flood protection and power generation have influenced fluvial morphology and dynamics in and around Vienna with sometimes unintended consequences that required further interventions. In the present project, the state of the waterscape of the southern Viennese Danube tributaries as well as man-made structures are reconstructed for eight points in time between 1663/83 and 2010. A regressive-iterative approach, using geographical information systems (GIS) and based on historical maps, (hydro)-technical reports and other historical documents is applied. Subsequently, impacts of human changes to the aquatic environment are analysed over time. As southern Vienna developed from a rural landscape with few scattered settlements to a densely populated urban area, the waterscape underwent major changes: In the 17th and 18th century local bank enforcement in villages and diversion of millstreams prevailed. However, after 1900 rivers were increasingly channelized and vaulted in order to make room for the growing city. Concomitantly, length of surface water bodies was reduced by 29% in the whole project are or 39% in the more densely populated Danube terraces and sinuosity (river curvature) of the Liesing sank from 1.21 (sinuous) to 1.01 (straight) between 1755 and 2010. The consequences of these developments affect costs and feasibility of restoration- and flood protection projects until today.