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Titelaufnahme

Titel
Historische morphologische Veränderung des Wienflusses 1663/83-2010 / verfasst und eingereicht von: Julian Reichstein
VerfasserReichstein, Julian
Betreuer / BetreuerinHohensinner, Severin ; Jungwirth, Mathias
ErschienenWien, Dezember 2016
UmfangIX, 174, 30, 3 Blätter : Diagramme, Pläne
HochschulschriftUniversität für Bodenkultur Wien, Univ., Masterarbeit, 2016
Anmerkung
Mit englischer Zusammenfassung
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Umweltgeschichte Wienfluss Rekonstruktion Wien Donau Flusslandschaft Flusslauf Gewässerausbau Renaturierung Ökologie Nutzung Stadtentwicklung Geschichte<1663-2010> Wasserbauten Regulierung Active Channel Umlagerung Leitbild Georeferenzieren Flussmorphologie Flussdynamik Anthropogener Einfluss
Schlagwörter (GND)Wien <Fluss> / Flussmorphologie / Flussregelung / Geschichte 1663-2010
URNurn:nbn:at:at-ubbw:1-22963 Persistent Identifier (URN)
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Historische morphologische Veränderung des Wienflusses 1663/83-2010 [41.6 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Anhand zahlreicher historischer Kartenwerke, schriftlicher Quellen und geomorphologischer Daten wurde der gesamte Wienfluss im Wiener Stadtgebiet auf einer Länge von 16 km mit Hilfe von ArcGIS rekonstruiert. Die Rekonstruktionen umfassen acht Zeitschnitte im Zeitraum zwischen 1663/83 und 2010 und sind Teil des FWF-Projekts URBWATER (Viennas Urban Waterscape 1683-1918. An Environmental History; Projekt-Nr. P 25796-G18). Für jeden Zeitschnitt wurden die flussmorphologische Charakteristika des Wienflusses und Parameter zur Beschreibung der Intensität menschlicher Eingriffe erhoben. Damit können die umfassenden Veränderungen der Flusslandschaft im Untersuchungszeitraum detailliert beschrieben werden. Anfang des 18. Jahrhunderts entsprach der Wienfluss einem gering bis mäßig verzweigten, montanen Flusstyp. Im aktive Gerinne (Schotterbett), das im Mittel ehemals rund 90 m und maximal bis zu 240 m breit war, verliefen bei Mittelwasser mehrere Arme. Durch die seit 1713 vermehrt vorgenommenen Regulierungen wurde der Fluss allmählich begradigt und sein Profil immer stärker eingeengt. Die kontinuierliche Ausweitung des Stadtgebietes entlang des Wienflusses flussaufwärts führte zu einer umfassenden Veränderung des ehemaligen Gewässersystems. Während der stadtnahe Abschnitt zwischen dem ehemaligen Linienwall (heutiger Gürtel) und dem Donaukanal bereits um 1817 voll reguliert war, geschah dies flussauf von Hietzing erst im Zuge der großen Wienflussregulierung 1894-1906. Die Wasserbauten am Wienfluss und den Mühlbächen nahmen von ca. 8 km Länge im Zeitraum 1663/83 1704 auf 40 km im Jahr 1912 stark zu. Zugleich wurden die Gewässer des Wienflusses im heutigen Stadtgebiet von ehemals ca. 35 km auf 19,8 km Länge reduziert, was 57% des ehemaligen Ausmaßes entspricht. Heute sind am Wienfluss Renaturierungsprojekten enge Grenzen gesetzt, da der dafür erforderliche Raum neben dem Gerinne nun von Siedlungs- und Verkehrsflächen eingenommen wird.

Zusammenfassung (Englisch)

On the basis of numerous historical maps, written sources and geomorphological data the whole 16 km long section of the Vienna River (Wienfluss) located within the boundaries of Vienna was reconstructed using ArcGIS. The reconstructions cover eight points in time in a period ranging from 1663/83 to 2010 and are part of the FWF-project URBWATER (Viennas Urban Waterscape 1683-1918. An Environmental History. project no. P 25796-G18). For each point in time the hydromorphological characteristics of the Vienna River and parameters reflecting the intensity of human impacts were examined. As a result the comprehensive changes of the riverine landscape within the investigated time period can be described in detail. At the beginning of the 18th century the Vienna River can be referred to as a slightly to moderately braiding, mountainous river type. During mean-flow conditions the active channel (gravel bed) that featured several arms was on average 90 m and maximum 240 m wide. With the start of the river regulations in 1713 the river was gradually straightened and its cross section was more and more being constrained. The steady expansion of the urban area upstream the Vienna River led to extensive changes of the riverine landscape. Already in 1817 the section between the Linienwall (todays Gürtel) and the Danube Canal (Donaukanal) was completely regulated. However the section upstream of Hietzing wasnt regulated until the Vienna River Regulation Program 1894-1906. The length of all hydraulic structures along the Vienna River and the mill creeks increased from approximately 8 km in 1663/83 and 1704 up to 40 km in 1912. At the same time the length of the entire channel system within the township decreased from approximately 35 km to 19.8 km, which equals a reduction of 43%. Nowadays restoration projects are difficult to implement, because the required space along the river has been transformed to urban and traffic areas.