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Titelaufnahme

Titel
Einfluss von Wintersportlern auf die Nutzung der Wintereinstände von Rothirschen Cervus elaphus und Gämsen Rupicapra rupicapra in der Val S-charl / eingereicht von: Roman Keller
VerfasserKeller, Roman
GutachterArnold, Walter ; Rempfler, Thomas
ErschienenWien, März 2016
UmfangIV, 51 Blätter : Illustrationen, Diagramme
HochschulschriftUniversität für Bodenkultur Wien, Univ., Masterarbeit, 2016
Anmerkung
Zusammenfassung in englischer Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Gämsen Rothirsche Wintereinstände Habitatmodellierung Maxent Skitouren Fluchtdistanzen
Schlagwörter (GND)Scuol / Wintertourismus / Freeriding / Tourenskilauf / Rothirsch / Gämse / Habitat
URNurn:nbn:at:at-ubbw:1-22761 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
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Einfluss von Wintersportlern auf die Nutzung der Wintereinstände von Rothirschen Cervus elaphus und Gämsen Rupicapra rupicapra in der Val S-charl [13 mb]
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Wildtiere können die harschen Winterbedingungen in den Alpen nur dank dem sparenden Umgang mit ihren Energiereserven überleben. Interaktionen mit Wintersportlern führen zu einem erhöhten Energieverbrauch und können sich fatal auf Wildtiere auswirken. In der vorliegenden Arbeit werden die potenziellen Wintereinstände einer Habitatmodellierung mit Maxent für Gämsen und Rothirsche mit den GPS-Aufzeichnungen von Skitourenfahrern verglichen. Eine GIS-Analyse gibt Aufschluss darüber, ob sich die Distanzen der Aufenthaltsstandorte von Gämsen und Rothirschen zu schützenden Strukturen in der Val S-charl mit denjenigen von Tieren aus dem benachbarten Schweizerischen Nationalpark in welchem keine Skitouren stattfinden, unterscheiden. Die Resultate ergeben, dass der Untersuchungsperimeter zu 22% aus gutem Gämshabitat und zu 14% aus gutem Rothirschhabitat besteht. Intensive Nutzung des Gebietes durch Tourengänger kann in einem Verlust an geeigneten Wintereinständen für Gämsen von 29% bzw. 13% für Rothirsche resultieren. Die Entfernungen von Gämsstandorten zu schützenden Strukturen betrugen in der Val S-charl im Mittel 106 Meter (SA 117.1) gegenüber 93 Metern (SA 88.5) bei Tieren im Nationalpark. Rothirsche standen in der Val S-charl im Mittel 48 Meter (SA 43.2) vom Waldrand entfernt, während sich die Tiere im Nationalpark im Mittel 33 Meter (SA 16.8) davon aufhielten. Die Distanzunterschiede der beiden Standorte waren nicht signifikant (Gämsen p=0.446; Rothirsche p=0.309). Obschon sich die Intensität der Touren in der Val S-charl mit durchschnittlich ein bis zwei Touren pro Tag eher als gering einstufen lässt, finden Interaktionen mit Wildtieren in der Val-charl regelmässig statt. Die Resultate deuten darauf hin, dass sich bei den beobachteten Tieren in der Val S-charl eher eine Habituierung als eine Sensitivierung als Reaktion auf die Tourengänger eingestellt hat.

Zusammenfassung (Englisch)

Saving energy is crucial for wildlife to survive the harsh winters in the alps. Interactions with humans can lead to a fatal loss of energy in winter. In this study, the GPS-tracks of skitourers have been compared with habitat suitability models for chamois and red deer, developed with Maxent. In ArcGIS the distances of observed animals to shelter in S-charl have been analyzed and compared with the distances from animals to shelter in the neighbouring Swiss National Park, where no winter activities are allowed. The analysis of the models calculated 22% of the study site as good habitat for chamois and 14% good habiatat for red deer. Extensive activity of winter sports in the area can lead to a loss of 8% of good habitat for chamois and 3% of good habitat for red deer. The locations of the observed chamois in S-charl to rocky structures have a mean distance of 106 meters (SD 117.1) compared to the mean distance of locations of animals within the National Park to rocky structures of 93 meters (SD 88.5). As for red deer in S-charl the mean distance of observed locations in the open field to the edge of forest is 48 meters (SD 43.2) compared to the mean distance of 33 meters (SD16.8) of animal locations to shelter in the National Park. Non of the distances of the two sites are significantly different (chamois p=0.446, red deer p=0.309). Conflicts between wildlife and freeriders are unavoidable and will take place regularly in S-charl. But with an average of one or two tours a day, the pressure for the wildlife could be classified as not very high. The results indicate that the observed animals show rather a habituation towards the freeriders than a sensitization.