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Titelaufnahme

Titel
Die Bäuer_innen und ihr Widerstand : bäuerliches widerständiges Verhalten unter der Herrschaft des Nationalsozialismus, zwischen 1938 und 1945, in Österreich / Michaela Maurer
VerfasserMaurer, Michaela
GutachterLangthaler, Ernst
ErschienenWien, Oktober 2016
Umfang151 Seiten
HochschulschriftUniversität für Bodenkultur Wien, Univ., Masterarbeit, 2016
Anmerkung
Zusammenfassung in englischer Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Bäuer_innen, Nationalsozialismus, Widerstand, Resistenz, widerständiges Verhalten
Schlagwörter (EN)Peasants, Nationalsocialism, resistance
Schlagwörter (GND)Österreich / Bäuerin / Nationalsozialismus / Widerstand / Geschichte 1938-1945
URNurn:nbn:at:at-ubbw:1-22758 Persistent Identifier (URN)
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Die Bäuer_innen und ihr Widerstand [1.44 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

“Bäuerliches Leben” und “Widerstand” sind Themen, denen im konkreten Bezug zueinander eine ambivalente Diskussion inhärent ist. Einerseits wird der bäuerlichen Gesellschaft ein reaktionäres Auftreten mit stark konservativer und einer eher obrigkeitshörigen Haltung angelastet und andererseits wird ihnen aufgrund ihrer Identität “Bäuerin, Bauer” ein gewisses Resistenzpotenzial, als Ausdruck eines Kampfes um ihre Autonomie, zugesprochen. Der Fokus dieser Masterarbeit richtet sich auf die Bäuer_innen und deren Agieren und Reagieren unter den autoritären Machtstrukturen des Nationalsozialismus. Mithilfe von Literatur wurden bäuerliche widerständige Denk- und Handlungslogiken unter der Herrschaft des Nationalsozialismus in Österreich analysiert. Dabei wurde zudem eine Bestandsaufnahme vorgenommen, welche Kategorien an Verhaltensweisen in der aktuellen Forschung unter den Begriff “Widerstand” sowie “widerständiges Verhalten” subsumiert. Es stellte sich heraus, dass die Mehrheit der Bäuer_innen den Nationalsozialismus als rechtmäßige Regierungsform nicht in Frage stellten. Zugleich war der religiöse Lebensstil und die langjährig gelebten Traditionen und Bräuche am Land schwer mit den Veränderungen vereinbar, die die Nationalsozialisten anstrebten. Widerständige Handlungen wurden in Bezug auf kirchenpolitische Maßnahmen, gegen die Zwangsbewirtschaftung, gegen die Maßnahmen gegen „Gemeinschaftsfremde“ und dem Krieg sichtbar. Widerständiges Verhalten fand meist in verbaler Form seinen Ausdruck und stand oft mit einem Beharren an Gewohnten in Verbindung. Der politisch motivierte, aktiv organisierte Widerstand stellte eine Ausnahme im bäuerlichen Milieu dar. Eine politische oder konfessionelle Bindung oder ein direkter Angriff nationalsozialistischer Zwangsmaßnahmen auf die persönliche Freiheit förderten den Widerstandsgeist. Es wurde sichtbar, dass sich die meisten Menschen in einem dynamischen Prozess befanden, der sich zwischen Ablehnung, Anpassung und Zustimmung bewegte.

Zusammenfassung (Englisch)

“Peasant life” and “resistance” are concepts that getting connected with each other develop an ambiguous relationship. On the one hand, peasant society has the fame of having a reactionary appearance paired with a strong conservative and rather obedient attitude. On the other hand, one associates peasant life with the strong capability of resisting against outside influence, rooted in its identity which is expressed in a struggle for autonomy. This thesis focuses on the peasants and their behaviour acting and reacting being confronted with the authoritarian rule of the Nazi regime in Austria. Including and considering the existing literature I analysed the peasant oppositional thought and acting logics under den power of National Socialism in Austria, evaluating the different categories of behaviour in terms of “resistance” and “oppositional behaviour" that have emerged in the scientific community. It emerged that the majority of the peasants didn't question the authoritarian regime of Nationalsocialism as legitimate form of government. At the same time the religious lifestyle and the long-standing traditions and customs on the countryside were dificult to reconcile with the changes aspired by the Nazi regime. Oppositional behaviour came to surface in ecclesiopolitical controversies, against “Zwangsbewirtschaftung“, concerning measures taken against “Gemeinschaftsfremde“ and the war. Oppositional behaviour was mostly expressed in a verbal way and was often tied to the strong persistence of habits and customs. The political motivated, active organized resistance was an exception in the peasants milieu under Nazi regime. The oppositional spirit grew stronger when there was a political or confesional bond between the involved or an direct attack against the personal freedom. It emerged that most people were in a dynamic process, which moved between refusal, adaptation and approval.