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Titelaufnahme

Titel
Status quo der Parasitenkontrolle auf biologisch wirtschaftenden Schaf- und Ziegenbetrieben in der Schweiz / vorgelegt von Susanne Bollinger
VerfasserBollinger, Susanne
GutachterWinckler, Christoph ; Werne, Steffen
ErschienenWien, Juli 2016
Umfangiv, 55 Blätter : Diagramme, Karten
HochschulschriftUniversität für Bodenkultur Wien, Univ., Masterarbeit, 2016
Anmerkung
Mit englischer Zusammenfassung
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Magen-Darm-Strongyliden (MDS), Entwurmung, Resistenz, Kleine Wiederkäuer, Weidemanagement
Schlagwörter (EN)gastro-intestinal-nematodes GIN, treatment, resistence, small ruminants, grazing management
Schlagwörter (GND)Schweiz / Biologische Viehwirtschaft / Schaf / Ziege / Entwurmung
URNurn:nbn:at:at-ubbw:1-22229 Persistent Identifier (URN)
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Status quo der Parasitenkontrolle auf biologisch wirtschaftenden Schaf- und Ziegenbetrieben in der Schweiz [0.93 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Infektionen mit Magen-Darm-Strongyliden (MDS) stellen ein großes Gesundheitsproblem für Kleinwiederkäuer dar. MDS wurden in den letzten Jahrzehnten fast ausschließlich mit chemisch-synthetischen Medikamenten (Anthelminthika) bekämpft. Der Wirksamkeitsverlust der Anthelminthika durch Resistenzbildung der Parasiten hat dazu geführt, dass nun vermehrt nach alternativen Strategien zur Kontrolle von MDS gesucht wird. Um den Status quo der Parasitenkontrolle auf biologisch wirtschaftenden Schaf- und Ziegenbetrieben in der Schweiz zu ermitteln, wurde bei Fleischschaf- (n=52) und Milchziegenbetrieben (n=58) eine telefonische Umfrage durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass bei 16% der Ziegenbetriebe und 10% der Schafbetriebe bestätigte Resistenzen gegen Anthelminthika vorlagen. Die Landwirte waren sich des Problems der Resistenzen bewusst, allerdings waren Weidemaßnahmen nur sehr eingeschränkt praktisch anwendbar. Die Schafe wurden durchschnittlich rund 1,5-mal und die Ziegen 1,3-mal pro Jahr entwurmt. Die meisten Betriebe entwurmten jeweils den ganzen Tierbestand, da das gerade bei den Schafbetrieben oft von den Alpgenossenschaften vorgeschrieben wird. Der „Targeted Selective Treatment“-Ansatz war den Ziegenhaltern eher bekannt als den Schafhaltern und Ziegen wurden eher individuell behandelt. Den Ziegen wurden auch häufiger tanninhaltige Pflanzen verfüttert. Es besteht die Bereitschaft, für funktionierende Alternativen in einem nicht näher definierten Umfang höhere Kosten und einen höheren Arbeitsaufwand in Kauf zu nehmen. Ausnahmegenehmigungen für eine ganzjährige Stallhaltung wurden strikt abgelehnt. Unterschiede zwischen Schaf- und Ziegenbetrieben, wie z.B. die individuelle Entwurmung von Tieren oder eine verringerte tägliche Weidedauer, lassen sich vermutlich nicht allein auf die Tierarten sondern auch auf die unterschiedlichen Produktionssysteme (Fleischschafe vs. Milchziegen) zurückführen.

Zusammenfassung (Englisch)

Infections with gastrointestinal nematodes (GIN) are a major health issue in small ruminants. During the last decades, GIN were almost exclusively treated with synthetic anthelmintic drugs. The loss of efficacy through development of resistant GIN has led to an increased search for alternative strategies to control GIN. To capture the status quo of GIN control measures on organic sheep and goat farms in Switzerland, phone interviews were conducted with meat sheep farms (n=52) and dairy goat farms (n=58). Resistances against anthelmintics had been confirmed in 16% of the goat farms and 10% of the sheep farms, respectively. The farmers were aware of the resistance problems but the practical implementation of grazing management measures was limited. Sheep and goats were dewormed on average 1.5 and 1.3 times per year, respectively. Most of the farms dewormed the total herd which, in the case of sheep, is often a mandatory requirement of alpine cooperatives. More goat farmers were aware of the targeted selective treatment approach than sheep farmers, and goats were rather treated individually. Furthermore, goats were more often fed plants rich in tannins. There was willingness to accept higher costs and labour input (the extent was, however, not further defined) for efficient alternatives to anthelmintics. Derogations as regards zero-grazing production systems were strictly rejected. The differences between sheep and goat farms, e.g. the individual treatment of the animals or a reduced daily grazing duration, may presumably not only be explained by the different species but also by the different production systems (meat sheep vs. milk goats).