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Titelaufnahme

Titel
Entsorgung chromhaltiger Siedlungsabfälle in Österreich / eingereicht von Iris Gruber
VerfasserGruber, Iris
GutachterObersteiner, Gudrun ; Mostbauer, Peter
ErschienenWien, Juni 2016
Umfangvii, 123 Seiten : Illustrationen, Diagramme
HochschulschriftUniversität für Bodenkultur Wien, Univ., Masterarbeit, 2016
Anmerkung
Zusammenfassung in englischer Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Lederschuhe, Chrom(VI), Siedlungsabfälle, Restmüll, Verhalten, Verbleib, Abfallverbrennung, Chromoxidation, Chromfracht
Schlagwörter (EN)leather shoes, chromium(VI), Municipal solid waste MSW, residual waste, behaviour, fate, waste incineration, oxidation of chromium, chromium loads
Schlagwörter (GND)Siedlungsabfall / Chrom / Recycling / Deponie
URNurn:nbn:at:at-ubbw:1-21390 Persistent Identifier (URN)
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Entsorgung chromhaltiger Siedlungsabfälle in Österreich [3.35 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Durch chromhaltige Bestandteile in Siedlungsabfällen (z.B. Leder- oder Edelstahlprodukte) besteht grundsätzlich das Risiko der Bildung und Freisetzung von Chrom(VI) bei der Abfallbehandlung bzw. -deponierung und damit einer potentiellen Gefährdung von Mensch und Umwelt. In der vorliegenden Masterarbeit wurden daher die Entsorgungspraxis für chromhaltige Produkte, die durch österreichische Privathaushalte entsorgt werden, sowie Verhalten und Verbleib von Chrom bei der Abfallbehandlung und -deponierung näher untersucht. Zur vertiefenden Betrachtung wurden für das Beispielprodukt „Lederschuhe“ Materialflussanalysen zur Entsorgungspraxis (Mengen, Wege) und zu den damit verbundenen Chromfrachten im Abfallwirtschaftssystem erstellt sowie im Labor die Verbrennung von Lederschuhen als Teil des Restmülls simuliert. Wie die Ergebnisse zeigen, können fast alle Fraktionen des Siedlungsabfalls chromhaltige Produkte enthalten. Ein Teil des in die Abfallwirtschaft eingebrachten Chroms wird durch das Recycling bestimmter getrennt gesammelter oder bei der Abfallbehandlung abgetrennter Abfallfraktionen (vorwiegend Metalle) aus dem Abfallwirtschaftssystem exportiert und in Wertstoffkreisläufe zurückgeführt. Die Senke für das im Abfallwirtschaftssystem verbleibende Chrom ist die Deponie, insbesondere die Reststoffdeponie. Die derzeitigen Chromkonzentrationen im österreichischen Restmüll wirken weder bei der mechanisch-biologischen noch bei der thermischen Abfallbehandlung prozessstörend. Durch die teilweise Oxidation von Chrom bei der thermischen Behandlung liegt in den Verbrennungsrückständen jedoch mobiles Chrom(VI) vor, das bei der Deponierung dieser Rückstände potenziell über das Sickerwasser ausgetragen wird und Gewässer kontaminieren kann bzw. zumindest eine Sickerwasserbehandlung nach sich zieht. Bei der Deponierung von aufbereiteter Rostasche aus österreichischen Müllverbrennungsanlagen ist Chrom derzeit - abgesehen von einem einzigen Deponiestandort - jedoch kein Problem.

Zusammenfassung (Englisch)

Chromium-containing components in municipal solid waste (MSW) (e.g. products made from leather or stainless steel) may bear the risk of formation and release of chromium(VI) during waste treatment and landfilling, thus causing a potential to endanger man and environment. Therefore, the aim of this thesis was to examine the disposal practices for chromium-containing products disposed by Austrian private households as well as the behaviour and fate of chromium during waste treatment and landfilling. To this end, material flow analyses focusing on leather shoes were created to analyse disposal paths, the disposed quantities and the associated chromium loads in the Austrian waste management system. Furthermore, the combustion of leather shoes when part of residual waste was simulated at laboratory scale. The results show, almost all fractions of MSW may contain chromium-containing products. Part of the chromium which enters the waste management system through the disposal of chromium-containing products is recycled. This is the case for predominantly metals which are separately collected or separated from other waste fractions during waste treatment. In the waste management system remaining chromium ends up in landfills, in particular in landfills for incineration residues (“Reststoffdeponie”). The current chromium concentrations in Austrian residual waste can be technically managed in mechanical-biological and thermal waste treatment. Nevertheless, during thermal treatment part of the chromium can oxidise to the highly mobile chromium(VI), which is transferred to the solid incineration residues. Landfilling these may lead to a direct contamination of water bodies due to a release of chromium(VI) via landfill leachates or, alternatively, may require further treatment of leachate. In general, however, landfilling of residues from the incineration of MSW causes no environmental problems in Austria.