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Titelaufnahme

Titel
Auslöseprozesse von Nassschneelawinen / von Martin Forster und Markus Zöchling
VerfasserForster, Martin ; Zöchling, Markus
GutachterHübl, Johannes ; Wiesinger, Thomas
ErschienenWien, November 2015
UmfangXIV, 161 Seiten : Illustrationen, Diagramme
HochschulschriftUniversität für Bodenkultur Wien, Univ., Masterarbeit, 2015
HochschulschriftUniversität für Bodenkultur Wien, Univ., Masterarbeit, 2016
Anmerkung
Mit englischer Zusammenfassung
Die Masterarbeit von Markus Zöchling wurde im Februar 2016 eingereicht
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
SchlagwörterNassschneelawine
Schlagwörter (DE)Nassschnee, Gleitschneelawinen, Frühjahrssituation, Schmelzmetamorphose
URNurn:nbn:at:at-ubbw:1-21249 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
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Auslöseprozesse von Nassschneelawinen [7.59 mb]
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Nassschneelawinen stellen in vielen Regionen der Alpen ein großes Problem für Menschen, Gebäude und Infrastruktureinrichtungen dar. Sie sind im Vergleich zu trockenen Lawinen wenig erforscht. Eines der Hauptprobleme stellt die Prognose des Zeitpunkts eines Lawinenabganges dar. Infiltriert Wasser eine Schneedecke, kann sich die Stabilität innerhalb kürzester Zeit ändern. Dabei ist es von großer Bedeutung, auf welche Schichten das Wasser trifft. Diese Arbeit beschäftigt sich sowohl mit der Art der Wasserbewegung in einer Schneedecke als auch mit der damit verbundenen Veränderung der Stabilität. Mittels Färbversuchen wird untersucht, welche Sickermuster das Wasser in Schneedecken mit unterschiedlichen Stratigraphien und Feuchtegehalten ausbildet. Dabei zeigt sich, dass nur bei reifen Schneedecken, welche lediglich aus Schmelzformen bestehen, ein eindeutig flächiger, matrixartiger Sickervorgang vorzufinden ist. Ansonsten findet der Sickervorgang in Form von präferenziellen Fließkanälen statt. Weiters wird die Stabilität im Zusammenhang mit kapillaren Barrieren untersucht. Es zeigt sich, dass zumeist die grobkörnige untenliegende Schicht, die wesentlich geringere Wassergehalte aufweist als die darüber liegende feinkörnige Schicht, versagt. Überdies wird die Veränderung der Stabilität bei beginnender Befeuchtung von Schichten bestehend aus kantigen Kristallen und eingeschneitem Oberflächenreif untersucht. Zudem wird in Bezug auf die Entstehung von „kalten Gleitschneelawinen“ untersucht, ob die Kornform der basalen Schicht der Schneedecke Einfluss darauf hat, ob kapillarer Aufstieg von Wasser in diese Schneeschicht stattfinden kann oder nicht. Dabei zeigt sich, dass kapillarer Aufstieg in Schnee mit der Kornform kleine Runde möglich ist und Wasser innerhalb weniger Sekunden mehrere Zentimeter weit aufgesogen werden kann. In Schichten bestehend aus kantigen Kornformen oder Tiefenreif wird hingegen kein Wasseraufstieg beobachtet.

Zusammenfassung (Englisch)

Wet snow avalanches pose a major threat for people and infrastructure in many regions of the Alps. Compared to dry snow avalanches, little is known and the research is very difficult. One main problem is the prediction of the accurate date of a wet snow avalanche release. Infiltrating water into a snowpack can change its stability very quickly. It is of great importance on which layers the water meets. This work deals with the way water moves through a snowpack, as well as with the change of stability initiated by water infiltration. With dye-tracer experiments we investigate varying infiltration patterns in snowpacks with different layering and liquid water contents. It appears that matrix flow is only observed in ripening snowpacks, consisting solely of melt forms. Apart from that, water percolates downwards in the form of preferential flow channels. The stability around capillary barriers inside the snowpack is investigated with stability tests. It is of special interest whether the fracture takes place in the overhead, water soaked, fine-grained layer, or in the underlying, dryer, coarse-grained layer. It appears that in most cases the coarse-grained, underlying layer, showing lower liquid water contents than the overlying fine-grained layer, collapses. In addition, the change in stability of typical „dry-snow weak layers“ (layers consisting of faceted crystals and depth hoar) with progressive water content is investigated. In relation to the formation of „cold glide snow avalanches“, we analyse whether the grain shape of the basal snow layer has influence on the upward capillary movement of water inside the snowpack. The results clearly show that an uplift driven by capillary forces is only possible in layers consisting of rounded grains. In these layers, water moves upwards several centimetres in a few seconds. In layers consisting of faceted grains and depth hoar, no upward movement of water is observed.