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Titelaufnahme

Titel
Spezifität von Polydnaviren bei zwei Brackwespenarten, Glyptapanteles liparidis und Glyptapanteles porthetriae, im gemeinsamen Wirt Lymantria dispar / eingereicht von Georg Mich
VerfasserMich, Georg
Betreuer / BetreuerinSchafellner, Christa
ErschienenWien, 2016
Umfang70 Blätter : Illustrationen
HochschulschriftUniversität für Bodenkultur Wien, Univ., Masterarbeit, 2016
Anmerkung
Mit englischer Zusammenfassung
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Polydnavirus Pseudoparasitierung Immunreaktion Gammastrahlen Viruspartikel
Schlagwörter (EN)Polydnaviruses Parasitoids Immunosuppression Virus particles Gamma rays
Schlagwörter (GND)Schlupfwespen <Familie> / Brackwespen / DNS-Viren / Parasitoid
URNurn:nbn:at:at-ubbw:1-20355 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
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Spezifität von Polydnaviren bei zwei Brackwespenarten, Glyptapanteles liparidis und Glyptapanteles porthetriae, im gemeinsamen Wirt Lymantria dispar [3.4 mb]
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

In der vorliegenden Arbeit wurde die Spezifität von Polydnaviren (PDV) der parasitischen Wespen Glyptapanteles liparidis und Glyptapanteles porthetriae im Wirt Lymantria dispar untersucht. Um Wespeneier frei von Viruspartikeln zu erhalten, wurden Weibchen mit Gammastrahlen sterilisiert. Während der Parasitierung injizierten bestrahlte Wespen sterile Eier, aber funktionstüchtige Viruspartikel. Um fertile Eier mit Viruspartikeln im Wirt zu kombinieren, wurden Raupen mit nicht-bestrahlten Wespen parasitiert, die Eier entnommen und gewaschen, um die Viruspartikel zu entfernen. Danach wurden PDV einer Wespenart mit fertilen Eiern derselben oder der anderen Art im Wirt vereint (implantiert). PDV von G. liparidis ermöglichte die Entwicklung von G. liparidis Eiern im Wirt bis zum Ausbohren der Parasitenlarven. Bei der Kombination von G. porthetriae PDV und Eiern derselben Art entwickelten sich die Parasitenlarven zwar bis zum zweiten Stadium, sie bohrten sich jedoch nicht aus. In jenen Experimenten, bei denen Viruspartikel der einen Art mit Eiern der anderen Art kombiniert wurden, verhinderten die Viruspartikel in den meisten Fällen das Einkapseln der Eier, erlaubten aber keine vollständige Entwicklung der Parasitenlarven. In keinem Falle bohrte sich eine Parasitenlarve aus der Wirtsraupe aus. Die Ursache dafür könnte einerseits darin liegen, dass die Viruspartikel mit den Eiern zeitversetzt kombiniert wurden, weil die Wirtsraupen zum Zeitpunkt der Parasitierung zu klein waren, um die Implantation zu überleben. Andererseits könnte auch die Spezifität der PDV dafür verantwortlich sein, dass zwar die Immununterdrückung im Wirt erfolgreich das Einkapseln der Eier verhindert, nicht aber die endoparasitische Entwicklung bis zum Ausbohren der Parasiten unterstützt. Die vorliegende Arbeit stellt die Basis zur Charakterisierung der bisher wenig bekannten PDV der beiden Wespenarten dar. Weitere Untersuchungen sind nötig, um deren Eigenschaften und Funktionen genauer zu definieren.

Zusammenfassung (Englisch)

The present study analyzes the specificity of polydnaviruses (PDVs) of the parasitic wasps Glyptapanteles liparidis and Glyptapanteles porthetriae in their host Lymantria dispar. To separate wasp eggs from virus particles, female wasps were sterilized with gamma rays. During parasitization irradiated wasps inject sterile eggs but viable PDVs. To combine fertile eggs with PDVs in the host, larvae were parasitized by non-irradiated wasps from which eggs were excised and washed to remove the virus particles. For the experiments PDV from one wasp species were combined in the host larva with viable eggs from the same or the other species. PDV particles of G. liparidis supported the development of G. liparidis eggs in the host until wasp emergence like in normally parasitized host larvae. The combination of both, PDV particles and virus-free eggs of G. porthetriae, however, did not allow the parasitoids emerge. Experiments that combined PDV particles from one wasp with virus-free eggs of the other showed that PDVs protected the implanted eggs from being encapsulated in the host, but did not support complete development of the parasitoid. PDV particles of G. liparidis allowed the implated G. porthetriae wasps develop and almost the same result was observed when G. porthetriae PDVs were combined with G. liparidis eggs, but in no case did the wasps emerge from the host. These results may be due to the fact that PDV particles and virus-free eggs were combined in the host with a considerable time-lag because the larvae were too small at the time of parasitization to survive the implantation surgery. Another explanation could be that although PDV particles of both wasps have similar functions in the host concerning immunosuppression, they might nevertheless act species-specifically. The present study provides the basis for the so far little-known characteristics of PDVs of both wasp species. Clearly, much more research is necessary to explore their properties and functions.