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Titelaufnahme

Titel
Effekte einer systemtypischen Ration auf Produktions- und Reproduktionsleistung von laktierenden Zuchtsauen in der Biologischen Landwirtschaft / vorgelegt von Roswitha Weißensteiner
VerfasserWeißensteiner, Roswitha
Begutachter / BegutachterinIben, Christine ; Knaus, Wilhelm
Betreuer / BetreuerinZollitsch, Werner ; Hagmüller, Werner
Erschienen2013
Umfang89 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Univ. für Bodenkultur, Diss., 2013
Anmerkung
Zsfassung in engl.Sprache
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Tierernährung / laktierende Sauen / Aminosäuren
Schlagwörter (EN)animal nutrition / lactating sows / amino acids
Schlagwörter (GND)Zuchtsau / Laktation / Biologische Viehwirtschaft / Tierernährung / Zuchtleistung / Schlachtleistung
URNurn:nbn:at:at-ubbw:1-18830 Persistent Identifier (URN)
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Effekte einer systemtypischen Ration auf Produktions- und Reproduktionsleistung von laktierenden Zuchtsauen in der Biologischen Landwirtschaft [1.21 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

In dieser Arbeit wurde ein Lösungsansatz für die Problematik der „100% Biofütterung“ von laktierenden Zuchtsauen untersucht. Es wurden 2 Rationen im Exaktversuch über 2 Jahre getestet: eine Ration wies einen niedrigen Proteingehalt und eine unausgewogene Aminosäurenzusammensetzung auf (Behandlung U). Die zweite Ration wurde diesbezüglich weitgehend optimiert (Behandlung O). Beide Rationen enthielten ausschließlich Futterkomponenten aus biologischer Erzeugung. Insgesamt wurden die Daten von 34 Sauen in die Auswertung aufgenommen, von diesen Sauen wurden 118 Würfe ausgewertet. Die Merkmale Lebendmasse der Sauen, Rückenspeckdicke und Zwischenwurfzeit zeigten keine signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungen. Tendenziell nahmen Sauen aus der Behandlung O mehr Futter auf (7,38 kg vs. 6,85 kg; P=0,071) und erzielten tendenziell weniger Leertage (8,8 Tage vs. 12,7 Tage; P=0,099). Signifikant höhere Werte wurden in Behandlung O für den Harnstoffgehalt (P=0,018) und die Freien Fettsäuren (0,005) im Blutserum erreicht. Keine signifikanten Unterschiede gab es bei den Parametern Wurfgröße bei Geburt und Absetzen, Wurfmasse bei Geburt und Absetzen und den Tageszunahmen des Wurfes; tendenziell erreichten Ferkel aus der Behandlung O höhere individuelle Tageszunahmen als jene aus Behandlung U (247 g vs. 232 g; P=0,088), wohingegen die Ferkelverluste in Behandlung O tendenziell höher ausfielen (P=0,093). Etwa zu Mitte des Exaktversuchs wurde begonnen, die gewonnenen Erkenntnisse auf 4 Praxisbetrieben umzusetzen. Sauen können Minderversorgungen durch Rationen, die unter den empfohlenen Gehalten für die Energie- und insbesondere die Aminosäurenausstattung liegen, teilweise kompensieren. Dies setzt allerdings eine hohe Futteraufnahme voraus. Die tendenzielle Reduktion des Futterverzehrs und Verschlechterung der Fruchtbarkeit in der Gruppe, die die unbalancierte Ration erhielt, lässt aber doch vermuten, dass im Exaktversuch die Untergrenze für eine gerade noch akzeptable Versorgungssituation erreicht wurde. Die bei niedriger bzw. unbalancierter Aminosäurenversorgung der Sauen nicht auszuschließende verminderte Lebendmasse-Entwicklung der Ferkel ist aus der Sicht der Praxis von großer Bedeutung, da die 100 % Bio-Fütterung von Saug- und Aufzuchtferkeln von den BetriebsleiterInnen als besondere Herausforderung angesehen wird.

Zusammenfassung (Englisch)

The aim of the present study was to formulate and test a dietary concept for lactating organic sows. Therefore, in a feeding experiment, the effects of two different types of diets were investigated on productive and reproductive performance. The treatments differed in their dietary amino acid profile. One diet represented a situation in which diets were imbalanced in their amino acid pattern (treatment U) and contained a lower protein content. The other diet (treatment O) contained a fairly well balanced amino acid pattern and was closely matching the suggested protein content. Both diets contained feedstuffs of organic origin only. In the feeding experiment, data from 34 sows and a total of 118 litters were analysed. There were no significant differences between treatments in live weight and backfat thickness of sows. Feed intake of sows was slightly lower (7,38 kg vs. 6,85 kg; P=0,071) and weaning to estrus-interval (8,8 days vs. 12,7 days; P=0,099) tended to be higher when the dietary amino acid pattern was imbalanced. Serum urea content (P=0,018) and NEFA (0,005) were significantly higher for treatment O. No significant differences were found between treatments for litter size, litter weight at farrowing and weaning and litter daily weight gain; however, there was a tendency towards a higher daily weight gain per piglet (247 g vs. 232 g; P=0,088) for treatment O. About one year after the start of the feeding experiment, a field study was conducted on 4 organic farms. Results of the present study indicate that feed intake of sows will be slightly lower if the dietary amino acid pattern is imbalanced. Nevertheless no significant decrease could be observed in performance of sows, but reproductive performance may eventually be somewhat reduced if these diets are fed over several reproductive cycles. Piglet growth corresponded with litter size rather than with the amino acid profile of the sows' diet. Piglet mortality was also not influenced by dietary treatment. In this study, sows generally had a high feed intake; this seems to be a critical success factor if 100 % organic diets shall be fed to lactating sows. Farm-individual dietary concepts which were based on the results from the feeding experiment were implemented on four organic farms. The farmers involved in this study were quite satisfied with the results obtained on their farms.