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Titelaufnahme

Titel
Rekonstruktion ursprünglicher Lebensraumverhältnisse der Fluss-Auen-Biozönose der Donau im Machland auf Basis der morphologischen Entwicklung von 1715 - 1991 / verf. u. eingereicht v. Severin Hohensinner
VerfasserHohensinner, Severin
Begutachter / BegutachterinJungwirth, Mathias ; Habersack, Helmut
Betreuer / BetreuerinJungwirth, Mathias
Erschienen2008
Umfang307 S., 27 Kt. : Ill., graph. Darst., Kt.
HochschulschriftWien, Univ. für Bodenkultur, Diss., 2008
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Flusslandschaft / Donau / Machland / Auen / historisch / Regulierung / Referenz / Leitbild / Konnektivität / Habitate / Sukzession / Regeneration
Schlagwörter (EN)river landscape / Danube River / Machland / floodplain / historical / channelization / reference / target view / connectivity / habitats / succession / regeneration
Schlagwörter (GND)Machland / Donau / Flusslandschaft / Flussmorphologie / Rekonstruktion / Geschichte 1715-1991
URNurn:nbn:at:at-ubbw:1-16799 Persistent Identifier (URN)
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Rekonstruktion ursprünglicher Lebensraumverhältnisse der Fluss-Auen-Biozönose der Donau im Machland auf Basis der morphologischen Entwicklung von 1715 - 1991 [42.46 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Vorliegende Arbeit ist ein Beitrag, die natürliche Charakteristik alluvialer Donau-Flusslandschaften im Sinne eines "visionären Leitbildes" zu erforschen. Die Analysen beruhen auf der Rekonstruktion des flussmorphologischen Zustandes der Donau im östl. Machland (Strom-km 2094,4-2084,0) seit 1715. Dadurch können detaillierte Aussagen zur ehemaligen aquatischen Habitatausstattung sowie zu den dynamischen Umlagerungsprozessen und der Auenvegetation getroffen werden. Vor der Regulierung bestand das Auensystem aus einem komplexen Netzwerk von Flussarmen, zahlreichen Schotterbänken und großflächigen Inseln (anabranched river type). Das Gewässersystem wurde zu mehr als 90 % von durchströmten Flussarmen (Eupotamon) dominiert, wovon primär die rheophile Fischfauna der Donau profitierte. Die Ergebnisse unterstützen die Hypothese, dass trotz der hohen Dynamik annähernd ein Gleichgewicht zwischen Anlandungs- und Erosionsprozessen bestand. Dieser Zustand der Flusslandschaft lässt sich als "shifting-mosaic steady-state" - gekennzeichnet durch einen Gradienten unterschiedlich entwickelter Habitate - charakterisieren. Der Ausgleich von Habitatalterungs- und Verjüngungsprozessen äußerte sich in einer morphologisch "sehr jungen" Flusslandschaft und einer kurzen Dauer des Habitat-Lebenskreislaufes. Regulierungen und Kraftwerkerrichtungen seit dem 19. Jhdt. führten zu einer zunehmenden Stabilisierung der Flusslandschaft, wodurch die durch Dynamik geprägten Habitate eine starke Verringerung erfuhren. Der natürliche Kreislauf von Anlandung und Erosion wurde unterbrochen, weshalb die gegenwärtige Flusslandschaft durch fehlende Habitatregeneration bzw. Überalterung gekennzeichnet ist. Dieser Zustand entspricht daher nicht länger einem "shifting-mosaic steady-state", sondern ist vielmehr als "static-state" zu bezeichnen.

Zusammenfassung (Englisch)

The present study contributes to research on river type-specific reference conditions ("visionary Leitbild") and is focused on the natural characteristics of alluvial Danube river landscapes. The analyses are based on river morphological reconstructions of the Danube River in the eastern Machland (Upper/Lower Austria, river-km 2094.4-2084.0) since 1715. These reconstructions yield detailed information on the former habitat composition and fluvial processes. This enables conclusions to be drawn about the original fish fauna of the river-floodplain system and the riparian vegetation. Prior to channelization, the river landscape comprised a complex network of river channels, numerous gravel bars and large islands (anabranched river type). The channel system was dominated (>90 %) by the main channel and lotic side arms (eupotamon) that primarily promoted the rheophilic Danube fish fauna. The results support the central hypothesis of the dissertation that - despite the high degree of hydromorphological turnover - a dynamic equilibrium of aggradation and erosion processes largely existed. This state of the riverine ecosystem can be described as a "shifting-mosaic steady-state", characterized by a gradient of differently developed habitats. The balance of habitat succession and regeneration is reflected by a morphologically very young river landscape with a comparably brief habitat life-time cycle. River channelization and hydropower plant construction since the 19th century increasingly stabilized the river landscape. As a consequence, the former dynamic habitat types have been heavily reduced. The natural cycle of aggradation and erosion became disrupted and the current river landscape is characterized by missing habitat regeneration and prevailing senescence. Altogether, this state no longer constitutes a "shifting-mosaic steady-state system" but rather a "static-state system".