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Titelaufnahme

Titel
Der Biber (Castor fiber) im alten Rhein : Habitateignung und Konfliktpotential / eingereicht von Loacker, Klemens
VerfasserLoacker, Klemens
GutachterMuhar, Susanne
Erschienen2011
UmfangVI, 86 S. : Ill., graph. Darst., gef. Kt.
HochschulschriftWien, Univ. für Bodenkultur, Masterarb., 2011
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Biber Habitateignung Alter Rhein Konflikt Vorarlberg
Schlagwörter (EN)beaver Old Rhine habitat quality conflict Vorarlberg
Schlagwörter (GND)Alter Rhein / Biber / Habitat / Konflikt
URNurn:nbn:at:at-ubbw:1-14736 Persistent Identifier (URN)
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Der Biber (Castor fiber) im alten Rhein [14.62 mb]
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Im Jahr 2006 konnte erstmals seit über 300 Jahren wieder eine Biberansiedlung in Vorarlberg nachgewiesen werden. Die aus der Schweiz eingewanderten Tiere sind ein weiterer Beleg für die erfolgreiche Wiederansiedlung einer in Europa schon fast ausgerotteten Tierart. Primäres Ziel dieser Arbeit ist die Beurteilung der Habitatqualität für den Biber entlang des Alten Rheins, die anhand des Bewertungsverfahrens nach KEMNADE et al. (2002) erfolgte. Des Weiteren soll geklärt werden, welche Habitate bereits von Bibern besetzt wurden und inwiefern die untersuchten Habitatqualitäten bei der Besiedlung eine Rolle spielen. Darauf basierend wird das Bewertungsverfahren einer kritischen Betrachtung unterzogen. Zu guter Letzt werden potentielle Konflikte zwischen Menschen und Bibern aufgezeigt. Die ausgewerteten Daten zeigen deutliche Unterschiede in der Habitatqualität der 6 abgegrenzten Untersuchungsstrecken entlang des Alten Rheins. Der naturnahe Bereich „Eselschwanz“ weist eine besonders gute Habitatqualität auf. Eine gute Bewertung erhalten die Bereiche „Gaißau“ und „Bisewäldli“. Die 3 weiteren Bereiche „Mündung“, „Untere Fließstrecke Höchst“ und „Obere Fließstrecke Höchst“ weisen nur eine unzureichende Habitatqualität auf. Im Bereich „Eselschwanz“ wurden die meisten Biberspuren vorgefunden. Eine hohe Biberaktivität wurde auch im Bereich „Obere Fließstrecke- Höchst“, welcher eine ungeeignete Habitatbewertung erhält, festgestellt. Dies lässt darauf schließen, dass entweder bei der Bewertung wichtige Habitatfaktoren unberücksichtigt blieben, oder neben der Habitatqualität auch weitere Faktoren für die Besiedlung eines Gebietes ausschlaggebend sind. Die Validierung des Verfahrens nach KEMNADE et al. (2002) zeigt, dass die ökologischen Ansprüche des Bibers bezüglich der Uferausformung und des Gehölzangebotes sehr gut erfasst werden. Anhand der Umlandkartierung wird veranschaulicht, dass im Untersuchungsgebiet Konfliktpotential zwischen Raumansprüchen des Bibers und menschlichen Nutzungen entlang des Gewässers vorhanden ist. Da mit einer weiteren Ausbreitung des Bibers zu rechnen ist, sollten Konzepte und Managementpläne erarbeitet werden, die den Umgang mit potentiellen Konflikten regeln und ein langfristiges und nachhaltiges Zusammenleben von Mensch und Tier ermöglichen.

Zusammenfassung (Englisch)

In 2006, for the first time in more than 300 years, a beaver settlement in Vorarlberg was detected. The immigrants from Switzerland are a proof for the successful reintroduction of an almost extinguished species in Europe by man. The primary goal of this study is to assess the quality of habitats for the beaver along the Old Rhine, based on the evaluation method after KEMNADE et al. (2002). Furthermore, by using a beaver track mapping, it should be clarified what habitats are already populated by beavers and which role habitat qualities play in the colonization of beavers. Based on this information, the evaluation method is subject to a critical analysis. To provide the basis for future beaver management, finally, potential conflicts between humans and beavers are documented. The evaluated data show clear differences in habitat quality for the 6 study areas along the Old Rhine. The natural area "Eselschwanz" exhibits a particularly good habitat quality, based on the availability of woodland vegetation. A good quality habitat is found in the areas of "Gaißau" and "Bisewäldli". The other three areas, "Mündung", "Untere Fließstrecke Höchst" and "Obere Fließstrecke Höchst”, show an insufficient habitat quality. At the "Eselschwanz", as the most attractive area for beavers along the Old Rhine, the most beaver-tracks were found. In the further course of spread, the area "Obere Fließstrecke Höchst” was colonized, which is, according to the classification of Kemnade et al. (2002), a habitat with inadequate quality. This suggests that either important habitat factors were ignored in the evaluation, or, in addition to the habitat quality, other factors for the colonization of an area are crucial. The validation of the method, according to KEMNADE et al. (2002), shows that the environmental claims of beavers, with regards to the availability of woodland vegetation and the natural condition of the riverbanks, are well recorded. The mapping of the surrounding area shows that there is potential for conflicts between beavers and human beings. Since a further expansion of beavers in eastern Switzerland and Vorarlberg is expected, concepts and management plans should be developed, which govern the handling of potential conflicts, and enable a long-term and sustained coexistence between human beings and animals.