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Titelaufnahme

Titel
Die Biodiversität wilder waldlebender Verwandter der domestizierten Tierarten : Situation und Managementvorschläge / von Kolja Paul Glatzer
VerfasserGlatzer, Kolja Paul
Betreuer / BetreuerinSölkner, Johann ; Schramm, Engelbert
Erschienen2013
Umfang67 Bl. : graph. Darst., Kt.
HochschulschriftWien, Univ. für Bodenkultur, Masterarb., 2013
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Wildlebende Verwandte der domestizierten Tierarten, Agrobiodiversität, Wald-Habitate, Bedrohungen, REDD+,
Schlagwörter (EN)Wild relatives of domestic animals, Agrobiodiversity, Forest habitats, threats, REDD+
Schlagwörter (GND)Nutztiere / Domestikation / Biodiversität / Waldtiere / Artenschutz / REDD
URNurn:nbn:at:at-ubbw:1-13759 Persistent Identifier (URN)
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Die Biodiversität wilder waldlebender Verwandter der domestizierten Tierarten [0.6 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die wildlebenden Verwandten und Vorfahren der domestizierten Nutztierarten sind im Hinblick auf den Klimawandel und seine globalen Folgen eine wertvolle, aber auch gefährdete, genetische Ressource der landwirtschaftlichen Biodiversität. Sowohl im Strategic Plan of Biodiversity 2011-2020 als auch im Global Plan of Action for Animal Genetic Resources wird deshalb zur Entwicklung und Umsetzung von Strategien aufgerufen, um diese Ressourcen zu bewahren. Die United Nations Klimaverhandlungen, hinsichtlich des Mechanismus zur Reduzierung von Emissionen aus Entwaldung und Walddegradierung durch den Erhalt und die Erhöhung von Kohlenstoffbeständen in Wäldern sowie einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung [REDD+] stellen derzeitig eine seltene Möglichkeit zur Erhaltung tropischer Wälder sowie Biodiversität als ein sogenanntes Co-benefit dar. Um die waldlebenden Verwandten der domestizierten Nutztierarten zu erhalten könnte man sie also als ein potentielles Co-benefit in den REDD+ Mechanismus übernehmen. Aufbauend auf der World Watch List for domestic animal diversity und weiteren Gefährdungsanalysen wird deutlich, dass nicht nur ein großer Anteil der wildlebenden Verwandtschaft der fünf wichtigsten Nutztierarten (Rinder, Schafe, Ziegen, Schweine und Hühner), sondern auch weitere wildlebende Arten mit Domestikationspotential sowohl waldlebend, als auch vom Aussterben bedroht sind. Die Biodiversität dieser Arten umfasst 111 Säugetiere, 14 Vogelarten und 4 Reptilienarten. Im Gegensatz zur wilden Biodiversität sind die Arten aber vor allem aufgrund von Übernutzung durch den Menschen und erst an zweiter Stelle durch Lebensraumfragmentierung und Habitat-Verlust gefährdet. Die waldlebenden Arten leisten also nicht nur global, sondern auch lokal als Nahrungs-, Arbeits- und Kulturgut einen Beitrag zum menschlichen Wohlbefinden. Die Erhaltung der Agrobiodiversität zur Nahrungssicherung wird also nicht nur in den Agrarökosystemen, sondern auch in den Wald-Ökosystemen entschieden.

Zusammenfassung (Englisch)

In regard of climate change and its consequences the wild relatives and ancestors of domestic animals are a valuable but also threatened genetic resource of the agricultural biodiversity. The Strategic Plan of Biodiversity 2011-2020 of the Convention of Biological Diversity and the Global Plan of Action for Animal Genetic Resources calls for the development and implementation of strategies to sustain these resources. The United Nations negotiations on the mechanism Reducing Emissions from Deforestation and Degradation, forest conservation, sustainable management of forests and enhancement of forest carbon stocks [REDD+] currently offers a unique option to maintain tropical forests and biodiversity as a so called co-benefit. The adoption of forest dwelling wild relatives of domesticated animals as a potential co-benefit into the REDD+ mechanism could be a further conservation strategy. Based on the World Watch List for Domestic Animal Diversity and other threat- analysis it becomes apparent, that both, a big part of wild relatives of the five major livestock species (chicken, cattle, sheep, goat and pig) as well as further wild species with domestication potential are forest dwellers and threatened. Their biodiversity consists out of 111 mammals, 14 birds and four reptiles. Distributed mainly in the tropical and subtropical rainforest of Asia and Africa the species live within the regions of partly high forest losses. In opposition to the overall loss of biodiversity, these species are mainly threatened through overexploitation and only secondly through fragmentation and habitat loss. This indicates that forest dwelling wild relatives not only raise human well-being on a global scale, but that they also contribute as food-, work- and culture heritage locally. The preservation of agricultural biodiversity for food security is, therefore, not only decided in agricultural ecosystems but also in forest ecosystems.