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Titelaufnahme

Titel
Landschaftsplanerische Betrachtung des Umgangs mit Naturgefahren aus genderspezifischer Perspektive : am Fallbeispiel des Murenabganges in St. Lorenzen im Paltental 2012 / Verf.: Karin Weber
VerfasserWeber, Karin
GutachterBrandenburg, Christiane ; Damyanovic, Doris
Erschienen2015
UmfangVI, 161 S., [6] gef. Kt. : Ill., graph. Darst., Kt.
HochschulschriftWien, Univ. für Bodenkultur, Masterarb., 2015
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Gender, Naturgefahren, soziale Vulnerabilität, Landschaftsplanung, Steiermark
Schlagwörter (EN)gender, natural hazards, social vulnerability, landscape planning, Styria
Schlagwörter (GND)Naturgefahr / Mensch / Verwundbarkeit / Geschlechterforschung
URNurn:nbn:at:at-ubbw:1-11452 Persistent Identifier (URN)
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Landschaftsplanerische Betrachtung des Umgangs mit Naturgefahren aus genderspezifischer Perspektive [37.91 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Masterarbeit untersucht gender-spezifische Zugänge im Umgang mit Naturgefahren. Naturereignisse werden durch die Auswirkung auf den Menschen zum sozialen Problem und zur Katastrophe, weshalb neben einer naturwissenschaftlichen Betrachtung der Vulnerabilität auch soziale Aspekte betrachtet werden. Aus genderspezifischer Perspektive (Beachtung von geschlechts-, alters- und soziokulturellen Merkmalen) werden Handlungsweisen im Umgang mit Naturgefahren anhand eines Fallbeispiels aufgezeigt. Hierzu wurde der Murenabgang in St. Lorenzen in der Steiermark (Österreich) aus dem Jahr 2012 gewählt, bei dem zahlreiche Wohngebäude zerstört wurden. Neben den Ergebnissen Leitfaden gestützter Interviews mit Betroffenen, die unterschiedliche Kapazitäten und Möglichkeiten zur Regeneration aufzeigen, unterstützen die Ergebnisse baulich-räumlicher Erhebungen das Verständnis über aktuelle private Schutzmaßnahmen und die Fähigkeit zum Wiederaufbau der zerstörten baulichen Strukturen. Es wurden unterschiedliche Verletzlichkeiten über den gesamten Risikokreislauf (Bewältigung, Regeneration und Vorbeugung) erkannt, wobei Männer vor allem vor dem Ereignis gefährdenden Situationen ausgesetzt waren. Ältere Menschen waren aufgrund eingeschränkter Mobilität bei der Evakuierung und beim Wiederaufbau auf Hilfe angewiesen, konnten jedoch vor allem wegen der Verfügbarkeit von Finanzkapital (Erspartes und Rücklagen) den Wiederaufbau bewerkstelligen, was jüngeren Betroffenen weniger gut gelang. Auch der regionale Bezug der Betroffenen und soziale Netzwerke konnten die Vulnerabilität verringern. Wie Menschen mit Naturgefahren umgehen, wird von ihrer alltäglichen Lebenssituation sowie dynamischen bzw. strukturellen Faktoren maßgeblich beeinflusst. Es gilt diese zu erforschen, um die Ursachen von Vulnerabilität besser zu verstehen. In Planungsprozessen zu Naturgefahren kann die Integration einer gender-spezifischen Betrachtung vorhandene Kapazitäten für ein erfolgreiches „Leben mit Naturgefahren“ unterstützen.

Zusammenfassung (Englisch)

This master thesis focuses on a gender-specific approach in dealing with natural hazards. The effects of natural disasters on humans lead to social problems and become a catastrophe for those affected; therefore effective disaster risk reduction has to consider various social functions. Using a gender-specific research design (examination of aspects regarding gender, age and sociocultural aspects), the analysis of a case study shows varying behaviours in dealing with natural hazards. The examined case study deals with the event of a mudslide in St. Lorenzen in Paltental (Styria, Austria) that occurred in June 2012. The natural disaster destroyed numerous residential buildings. The results of guided interviews with affected community members carried out within the case study showed different capacities and possibilities for recovering. Furthermore, the outcomes of edificial and spatial analyses supported understanding of the actual physical condition and the private coping capacities to rebuild destroyed edificial structures. Variable factors to improve effective recovery after the hazardous event and to reduce social vulnerability were identified. During different phases of adaption to risk (prevention, coping and recovery) varying vulnerabilities of people were discovered. Especially men were exposed to risky situations preventing the hazardous event. Furthermore, elderly persons were vulnerable because of their dependence on help due to constricted agility and mobility during evacuation and reconstruction. But they were able to recover more quickly because of accumulated savings - in contrast, the younger people in the affected community lacked financial resources. Social networks also played a vital role in reducing vulnerability, therefore the regional background and social contacts were supportive. The way people deal with hazardous events is influenced by peoples` livelihoods and dynamic pressures. Those parameters need to be surveyed in order to understand the ultimate causes of vulnerability. Implementing gender-specific approaches into the planning process concerning natural hazards supports capacity building to incorporate effective “living with risk“.