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Titelaufnahme

Titel
Lokales Erfahrungswissen von Biobäuerinnen und Biobauern in der West- und Südsteiermark über den Einsatz von Pflanzenarten und Hausmitteln in der Tierheilkunde im Vergleich zum Erfahrungswissen von Landwirten in den nördlich gemäßigten Klimazonen / eingereicht von Gwendolyn Rudolph
VerfasserRudolph, Gwendolyn
GutachterVogl, Reinhard Christian
Erschienen2008
UmfangIV, 138 Bl. : Ill., graph. Darst., Kt.
HochschulschriftWien, Univ. für Bodenkultur, Dipl.-Arb., 2008
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Lokales Erfahrungswissen Ethnoveterinärmedizin Pflanzenarten Hausmittel West- und Südsteiermark
Schlagwörter (EN)Local knowledge Ethnoveterinary medicine Used plantspecies Homespun remedies Western- and southern Styria
Schlagwörter (GND)Steiermark <Süd> / Weststeiermark / Tiermedizin / Hausmittel / Lokales Wissen
URNurn:nbn:at:at-ubbw:1-11294 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
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Lokales Erfahrungswissen von Biobäuerinnen und Biobauern in der West- und Südsteiermark über den Einsatz von Pflanzenarten und Hausmitteln in der Tierheilkunde im Vergleich zum Erfahrungswissen von Landwirten in den nördlich gemäßigten Klimazonen [3.12 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Bäuerliches Erfahrungswissen über den Einsatz von Hausmitteln in der Tierheilkunde hat weltweit große Bedeutung. Im Biolandbau ist per Gesetz in Europa in der Tiermedizin alternativen Behandlungsformen der Vorzug zu geben. Aufgrund der zunehmenden Verschreibungen allopathischer Tierarzneimittel ist das Erfahrungswissen von Bäuerinnen und Bauern über pflanzliche Hausmittel gefährdet. Ziel dieser Arbeit ist es, dieses Wissen von steirischen Biobäuerinnen & Biobauern zu dokumentieren und mit Fachliteratur zu vergleichen. Die Erhebung in der West- und Südsteiermark erfolgte von Mai bis Juni 2008 mit Hilfe von semistrukturierten und strukturierten Fragebögen. Die 12 befragten Biobäuerinnen & Biobauern verwenden heute noch Hausmittel aus insgesamt 39 verschiedenen Pflanzenarten, die zu 51 % auch in der Literatur aus den nördlich gemäßigten Klimazonen genannt werden. In 58% wird in der Literatur dasselbe Indikationsgebiet genannt. Als Gründe für die Verwendung pflanzlicher Hausmittel werden u.a. Kosteneffizienz, lokale Verfügbarkeit der Pflanzen, Unabhängigkeit vom Tierarzt und die Grundprinzipien der Biologischen Landwirtschaft genannt. Die Krankheiten, die am Häufigsten erfolgreich mit Hausmitteln behandelt werden, sind gastrointestinale Erkrankungen (Schwerpunkt auf Diarrhoe) sowie Wundbehandlung, Hauterkrankungen und Parasitosen. Ihr Wissen über Hausmittel haben alle befragten Biobäuerinnen und Biobauern durch Erfahrungsaustausch in der Familie. Literatur, Seminare und Stammtische werden zu 83% genannt. Die Bezugsquellen pflanzlicher Bestandteile in Hausmitteln sind vorrangig Wildsammlung, Kauf und Anbau. Zumeist handelt es sich bei den verwendeten Bestandteilen um oberirdische Pflanzenteile. Die Hausmittel werden zu 60% oral gegeben und zu 40% extern appliziert. In Hinblick auf eine mögliche Reduktion des Antibiotikaeinsatzes ist eine weitere Dokumentation und Validierung traditioneller pflanzlicher Hausmittel nötig.

Zusammenfassung (Englisch)

Farmers knowledge about used plant species in homespun remedies in the ethnoveterinary medicine has worldwide high importance. In organic farming in Europe alternative treatments in the veterinary medicine need to be preferred per law. Farmers knowledge is endangered due to the increasing prescriptions of antibiotics in the veterinary medicine. Goal of the thesis is to document this knowledge of organic farmers in western and southern Styria and compare to farmers knowledge in the northern temperate zones as well as to scientific literature. The research in western and southern Styria was conducted from May to June 2008 via structured and semi structured questionnaires. The 12 queried organic farmers still use herbal homespun remedies made of 39 different plant species that appear in 51 % as well in the literature analysis of the northern temperate zones. In 58 % the herbal remedies are used for the same indication. Reasons for the use of traditional remedies are amongst others cost-efficiency, local availability, independency from veterinarians and the principles of organic farming. The mostly treated diseases are gastrointestinal complaints, care of injuries, skin and parasitic diseases. Verbal exchange of experiences and literature are important sources of the local knowledge. The sources of herbal ingredients in homespun remedies are collection in the wild, commercial purchase and agricultural production. The most used herbal ingredients are the aerial parts of plants. 60% of the remedies are applied orally, 40% externally. With regard to a possible reduction of antibiotics further documentation of local knowledge and validation of the plant species used in ethnoveterinary medicine is needed.