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Titelaufnahme

Titel
Dichteschätzung einer verwilderten Hauskatzenpopulation mittels Kamerafalle zur strategischen Optimierung einer Prädatorenkontrolle zum Schutz bodenbrütender Vögel auf Borkum / vorgelegt von Susanne Schneider
VerfasserSchneider, Susanne
Betreuer / BetreuerinHackländer, Klaus
Erschienen[2013]
Umfang89, 24 S. : Ill., graph. Darst., Kt.
HochschulschriftWien, Univ. für Bodenkultur, Masterarb., 2013
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Dichteschätzung, Fang-Wiederfangmethode, gebietsfremde Arten, Kamerafalle, Prädatorenmanagement, verwilderte Hauskatze.
Schlagwörter (EN)camera trap, capture-mark-recapture, density estimation, feral cat, non-indigenous species, predator control.
Schlagwörter (GND)Borkum / Vogelschutz / Bodenbrüter / Verwilderung / Katze / Populationsdichte
URNurn:nbn:at:at-ubbw:1-11161 Persistent Identifier (URN)
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Dichteschätzung einer verwilderten Hauskatzenpopulation mittels Kamerafalle zur strategischen Optimierung einer Prädatorenkontrolle zum Schutz bodenbrütender Vögel auf Borkum [7.25 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Inseln in Mitteleuropa stellen wichtige Rückzugsgebiete für Wiesenvögel dar und sind daher besonders anfällig für nicht natürlich vorkommende Prädatoren wie die Hauskatze. Auf der Insel Borkum, Deutschland, wird vermutet, dass unter anderem verwilderte Hauskatzen für die Dezimierung von Beständen einiger Wiesenvogelarten verantwortlich sein könnten. Ziel der vorliegenden Studie ist es, im Rahmen des LIFE+-Natur-Projektes „Wiesenvögel“ des Landes Niedersachsen, mithilfe von Kamerafallen die Dichte der verwilderten Katzen auf Borkum abzuschätzen, Informationen über deren Raumnutzung zu erlangen und so die Grundlagen für weiter reichende Entscheidungen bezüglich eines Prädatorenmanagements zu erarbeiten. Über einen Zeitraum von elf Wochen von Juli bis Oktober 2012 konnten durch systematisches, wöchentliches Versetzen von zwölf Kamerafallenstationen insgesamt 132 Punkte beprobt werden. Die Schätzung der Populationsdichte erfolgte mit den Programmen CAPTURE und SPACECAP. Zusätzlich wurde die Antreff- und Entdeckungswahrscheinlichkeit aus Präsenz-/Absenzdaten in Abhängigkeit verschiedener Variablen im Programm PRESENCE modelliert. Der Vergleich der Ergebnisse mit Populationsdichten anderer Gebiete zeigt, dass die Größenordnung der Schätzung im Bereich von 0.6-1.1 Ind./km (Programm SPACECAP) für Borkum durchaus plausibel ist. Die Populationsdichte der verwilderten Katzen auf Borkum ist vermutlich durch Nahrungsressourcen und die Bejagungssituation determiniert. Aufgrund der Ergebnisse der Dichteschätzung und der Raumnutzungsanalyse kann die Aussage getätigt werden, dass verwilderte Katzen zumindest im Untersuchungszeitraum vermutlich eine mäßige Gefahr für im Grünland brütende Watvögel darstellten. Da sie auf Borkum jedoch prinzipiell gebietsfremd und Wiesenbrüter am Boden agierenden Prädatoren weitgehend schutzlos ausgeliefert sind, sollten verwilderte Katzen auch in Zukunft im Fokus des Prädatorenmanagements stehen und deren möglicher Einfluss minimiert werden.

Zusammenfassung (Englisch)

Islands in Central Europe provide important refuges for ground-breeding wading birds, which make them susceptible to newly emerging predators like the domestic cat. On the island of Borkum, Germany, it is believed that feral cats could be an important factor which accounts for the reduction of population numbers of some meadow bird species. In the framework of the LIFE+-Nature-Project “Wiesenvögel” of the state of Lower Saxony, one goal is the improvement of the predator management on the island to effectively protect and develop the core areas of the meadow birds sanctuaries. Therefore, in order to gather basic information needed for predator management planning, the aim of this study was to gain data on the feral cats density and habitat use using camera traps. In a study period of 11 weeks from July to October 2012, 132 points were sampled. This was accomplished by weekly relocating 12 paired camera trap stations. The density estimation was carried out with the software CAPTURE and SPACECAP. Furthermore, occupancy and detection probability were modeled out of presence/absence data with the software PRESENCE. In comparison with densities of other areas, the dimension of the density estimation for Borkum in the range of 0.6-1.1 individuals/km (SPACECAP) seems to be feasible. Population density seems to be determined through food resources and hunting pressure. The analysis of habitat use indicates trends that dry, shelter providing habitats (dunes, salt marshes) are used more than wet, less structured meadow areas. Because of the results on density and habitat use it can be stated that at least during the study period feral cats probably constituted a moderate threat to ground-breeding wading birds on the island of Borkum. As feral cats are non-indigenous on the island and grassland birds are committed widely defenseless to ground-acting predators, feral cats should be the prospective focus of a predator management in order to minimize their potential impact.