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Titelaufnahme

Titel
Auswirkungen der Wiederansiedlung des Luchses (Lynx lynx) in der Nordostschweiz auf die Reh- (Capreolus capreolus) und Gamsbestände (Rupicapra rupicapra) sowie auf den Wildverbiss im Kanton St. Gallen / Jasmin Schnyder
VerfasserSchnyder, Jasmin
GutachterReimoser, Friedrich ; Robin, Klaus
Erschienen2014
Umfang55 S. : Ill., graph. Darst., Kt.
HochschulschriftWien, Univ. für Bodenkultur, Masterarb., 2015
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Europäischer Luchs (Lynx lynx L.), Reh (Capreolus capreolus L.), Alpengams (Rupicapra rupicapra L.), Waldverjüngung, Verbissintensität, trophische Kaskade, Kanton St. Gallen
Schlagwörter (EN)Eurasian lynx (Lynx lynx L.), roe deer (Capreolus capreolus L.), Alpine chamois (Rupicapra rupicapra L.), forest regeneration, browsing intensity, trophic cascade, canton St. Gallen
Schlagwörter (GND)Kanton Sankt Gallen / Reh / Gämse / Bestand <Biologie> / Wildverbiss / Nordluchs
URNurn:nbn:at:at-ubbw:1-9071 Persistent Identifier (URN)
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Auswirkungen der Wiederansiedlung des Luchses (Lynx lynx) in der Nordostschweiz auf die Reh- (Capreolus capreolus) und Gamsbestände (Rupicapra rupicapra) sowie auf den Wildverbiss im Kanton St. Gallen [2.88 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Im Rahmen des Projekts LUNO (Luchsumsiedlung Nordostschweiz) wurde der Luchs (Lynx lynx L.) ab dem Jahr 2001 im Kanton St. Gallen wieder angesiedelt. Durch eine Reduktion des Reh- (Capreolus capreolus L.) und Gamsbestandes (Rupicapra rupicapra L.) wurde indirekt ein Rückgang des Wildverbisses in der Waldverjüngung angestrebt. Vorliegende Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen diesen trophischen Kaskadenebenen mittels Daten zur Luchsverbreitung, der Entwicklung der Wildverbiss-Intensität sowie zu den Reh- und Gamsbeständen zeigten einen signifikant reduzierenden Effekt des Luchses auf den Rehbestand, welcher kumulativ mit weiteren Faktoren zu wirken schien (Bejagung, Witterungsverhältnisse). Der signifikante Rückgang des Gamsbestandes war aufgrund weiterer Einflussfaktoren (u.a. Krankheiten), des räumlichen Verhaltens der Art sowie bereits vor der Luchsansiedlung abnehmender Bestandesgrössen nicht eindeutig auf den Luchs zurückzuführen. Weiter wurde ein signifikant positiver Zusammenhang zwischen lokalen Wildbestandesgrössen und Verbissintensitäten dargelegt, wobei die Wildbestandesgrösse nur einer von mehreren auf die Verbissintensität wirkender Faktoren war. Die Verbissintensität der Weisstanne (Abies alba MILL.) nahm nach der Luchsansiedlung in einem untersuchten Teilgebiet signifikant ab. Der Vergleich zwischen Gebieten mit unterschiedlicher Luchsbesiedlungsintensität deutete auf reduzierte Verbissintensitäten in Luchspräsenz-Gebieten hin, allerdings nicht in signifikantem Ausmass. Lokale Experten bekräftigten die vorliegenden Resultate subjektiv. Aufgrund zeitlich-räumlich dynamischer Prozesse im Ökosystem und komplexer Wechselwirkungen handelt es sich bei dieser Studie nur um eine Momentaufnahme. Es wäre aufschlussreich, Untersuchungen im Abstand mehrerer Jahre zu wiederholen. Lokale Lebensraumveränderungen, die Entwicklung des Rothirschbestands (Cervus elaphus L.), sowie ein homogenes (luchsfreies) Referenzgebiet sollten mit einbezogen werden.

Zusammenfassung (Englisch)

In the context of the LUNO-Project (reintroduction of Eurasian lynx in northeastern Switzerland) the Eurasian lynx (Lynx lynx L.) has been reintroduced to the canton of St. Gallen since 2001. One aim of the project was a reduction of browsing-intensities in young forest stands in consequence of reduced roe deer (Capreolus capreolus L.) and Alpine chamois (Rupicapra rupicapra L.) population-sizes. This master thesis investigates the interactions between the levels of this tri-trophic-cascade. Data about lynx distribution, browsing-intensities as well as roe deer and chamois population-sizes were available. The results showed a significant reducing effect of lynx on roe deer population size which, however, appeared to work cumulated with further factors (hunting pressure, climatic conditions). The significant decline in chamois population-size could not be solely attributed to lynx because of the spatial behaviour of this species, several additional factors (e.g. diseases) and declining population-sizes already years before lynx reintroduction. Furthermore, Browsing-intensities were higher in areas with high local wildlife stocks, although the size of local wildlife-stock was just one influencing factor among many more. The browsing intensity of silver fir (Abies alba MILL.) has been significantly reduced after lynx reintroduction in a selected part of the study area. The comparison of areas with different intensity of lynx presence suggested reduced browsing-intensities in lynx presence areas which, however, was statistically not significant. The results have been confirmed by local experts subjectively. Facing the dynamic spatio-temporal ecosystem processes this thesis deals only with a snapshot in time. It would be interesting to repeat the study at intervals of several years. Local habitat changes, the development of the red deer (Cervus elaphus L.) population-size as well as a homogenous (“lynx-free”) reference area should then be considered too.