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Titelaufnahme

Titel
Validität von positiven Indikatoren für das Wohlbefinden bei Milchkühen : Auswirkung von sozialem Lecken (Actor) und solitärem Lecken auf die Herzfrequenz / eingereicht von Karin Zenger
VerfasserZenger, Karin
Betreuer / BetreuerinWinckler, Christoph
Erschienen2008
UmfangIII, 64 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Univ. für Bodenkultur, Dipl.-Arb., 2008
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Milchkühe Soziales Lecken Herzfrequenz Wohlbefinden Komfortverhalten
Schlagwörter (EN)dairy cows social licking heart rate comfort behaviour welfare
Schlagwörter (GND)Milchkuh / Lecken / Herzfrequenz / Wohlbefinden
URNurn:nbn:at:at-ubbw:1-8814 Persistent Identifier (URN)
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Validität von positiven Indikatoren für das Wohlbefinden bei Milchkühen [0.61 mb]
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Zur Validierung des sozialen Leckens (aktive Tiere) sowie des solitären Leckens in Bezug auf ihre Eignung als positiver Parameter für Wohlbefinden wurde in der vorliegenden Studie die Auswirkung auf die Herzfrequenz untersucht. Es wurde angenommen, dass ein Absinken der Herzfrequenz während des Leckens auf einen beruhigenden Effekt schließen lässt. An 16 Tagen wurde an 20 Milchkühen der Rasse Fleckvieh während einer kontinuierlichen Beobachtung von jeweils 3 Stunden die Herzfrequenz gemessen. Soziales Lecken wurde in "Spontanes Lecken", "Lecken nach Aufforderung" und "Lecken nach agonistischem Verhalten" unterteilt; solitäres Lecken wurde ebenfalls erhoben. Die Grundaktivitäten "Fressen", "Stehen" und "Liegen" wurden mittels Scan Sampling alle fünf Minuten erfasst. Die Auswertung der Daten erfolgte mittels gemischter linearer Modelle. Für soziales Lecken konnte im Mittel keine signifikante Veränderung der Herzfrequenz festgestellt werden. Ein signifikanter Rückgang der Herzfrequenz lag nur vor, wenn die Tiere spontan leckten und dabei fraßen oder standen; bei liegenden Tieren wurde dagegen ein Anstieg verzeichnet. Für "Lecken nach Aufforderung" sowie "Lecken nach agonistischen Verhaltensweisen" lag kein Einfluss auf die Herzfrequenz vor. Aktive Tiere erleben soziales Lecken möglicherweise positiv, wenn sie es spontan durchführen. Aufgrund der vorliegenden Ergebnisse kann soziales Lecken bisher nicht als positiver Parameter für die Beurteilung des Ergehens von Milchkühen empfohlen werden. Im Vergleich zur Referenzperiode mit gleicher Grundaktivität stieg die Herzrate während solitären Leckens insgesamt an. Nach solitärem Lecken sank die Herzfrequenz ab. Die relativ geringen Veränderungen lassen keinen Schluss auf eine entspannende Wirkung zu.

Zusammenfassung (Englisch)

It was the aim of the present study to evaluate social licking (actors) as well as self-licking in dairy cows with regard to their usefulness as positive welfare indicator using heart rate measures. A reduction in heart rate was assumed to indicate calming effects. On in total 16 days, between 9 and 19 out of 20 Simmental dairy cows were equipped with heart rate monitors. Social licking (spontaneous, after solicitation, after agonistic interactions) and self-licking was continuously observed for three hours per day. Using scan sampling, feeding, standing and lying was recorded every five minutes. Data were analyzed using linear mixed models. Social licking (n= 118 events) did not generally cause a significant change in heart rate. However, a significant reduction was observed when licking was performed spontaneously while standing or during feeding phases. There was no effect of licking after solicitation or of licking after agonistic interactions on heart rate. Intra and inter-individual variation was generally high. Actors may experience social licking only positiv if it is performed spontaneously. However, based on the present results, the use of social licking as a welfare parameter indicating positive affective states cannot be recommended for dairy cattle. During self-licking, heart rate was higher than in the reference periods with the same activity. Furthermore, there was a slight but significant decrease of heart rate after the self-licking events. However, the order of magnitude of changes in heart rate does not allow for conclusions concerning calming effects of self-licking.