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Titelaufnahme

Titel
Hopfenextrakt (Humulus lupulus) als Fungizid gegen Plasmopara viticola / von Lucia Schreiner
VerfasserSchreiner, Lucia
GutachterForneck, Astrid
Erschienen2012
Umfang185 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Univ. für Bodenkultur, Masterarb., 2012
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Hopfen, Plasmopara viticola, Kupfer, ökologischer Weinbau, Weinbau
Schlagwörter (EN)Hop, Plasmopara viticola, Copper, Ecological winegrowing, Wine
Schlagwörter (GND)Plasmopara viticola / Hopfenextrakt / Fungizid
URNurn:nbn:at:at-ubbw:1-6898 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
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Hopfenextrakt (Humulus lupulus) als Fungizid gegen Plasmopara viticola [3.25 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Arbeit versucht die Frage zu beantworten, ob Hopfenextrakt (Humulus lupulus) ein effektives Fungizid gegen Plasmopara viticola darstellen könnte. Dafür wurden Zoosporen von Plasmopara viticola verschiedenen Hopfenextraktkonzentrationen ausgesetzt und unter dem Mikroskop beobachtet. Anschließend wurden Plasmopara viticola-infizierte Blattscheiben, Blätter und Topfpflanzen mit Hopfenextrakt behandelt. Zusätzlich zu den Laboruntersuchungen wurde eine Umfrage durchgeführt. Dabei wurde untersucht, ob Kupfer im Weinbau noch immer die Bedeutung zukommt, welche ihm in der Literatur zugeschrieben wird. Es konnte gezeigt werden, dass der Kupfergebrauch in Österreich und Deutschland bedeutend ist, nicht aber in Süd-Afrika. Im Labor konnte eine hochsignifikante Wirkung des Hopfenextraktes bei direkter Anwendung auf Zoosporen von Plasmopara viticola belegt werden. Auf Blattscheiben waren die Effekte geringer, der Extrakt scheint vom Blattgewebe aufgenommen zu werden. Eine fehlende kurative oder translaminare Wirkung bestätigt diese Theorie. Zusätzlich war es möglich, eine systemische Wirkung zu belegen. Interessanterweise wurde die Befallshäufigkeit im Gegensatz zur Befallsstärke nicht gesenkt. Dies legt den Schluss nahe, dass Hopfenextrakt durch seine phytotoxischen Effekte eine resistenzinduzierende Wirkung hat. Aufgrund der Ergebnisse muss gesagt werden, dass Hopfenextrakt nicht wirkungsam und zuverlässig genug ist, um als Kupferersatz zu dienen. Er könnte aber als Kupferergänzung die benötigte Kupfermenge weiter senken. Zuvor müsste aber noch eine Lösung für die Komplexierung von Kupfer durch Hopfenextrakt gefunden werden. Eine Mischung der beiden Wirkstoffe würde die Spritzgeräte verkleben. Eine Lösungsmöglichkeit wäre die Isolierung der wirksamen Bestandteile des Hopfenextraktes. Trotz der beschriebenen Probleme ist Hopfenextrakt eine vielversprechende Substanz für den Weinbau und sollte weiter erforscht werden.

Zusammenfassung (Englisch)

The present study tries to answer the question, if hop- extract (Humulus lupulus) could be an effective fungicide against Plasmopara viticola. In the experiments, hop- extract on different extract concentrations was used on Zoospores of Plasmopara viticola and the reaction of these Zoospores was observed under the microscope. Afterwards, Plasmopara viticola- infected grape-leaf disks, young leafs and plants were treated with hop- extract. Additional to the laboratory work, a small survey was made. It was checked whether copper is really still such an important fungicide as it says in literature. It could be showed that the use of copper is still important in Austria and Germany, but not in South Africa. The hop- extract showed a good effect on Zoospores of Plasmopara viticola under the microscope. On leaf disks the effects were smaller; it seems the extract is absorbed by the leaf- tissue. A missing curative or translaminar effect of hop- extract affirms this theory. Aditionally, a systemic effect could be proved. It is remarkable that in all treatments the disease incidence, in contrast to the disease severity, was nearly not decreased by hop- extract. This leads to the assumption that hop- extract has a resistance- inducing effect through its phytotoxicity. Following the laboratory results, hop extract is not effective and trustworthy enough to be a replacement of copper in organic winegrowing. It could be used as an addition, but there would still be one more problem to solve: copper is complexing the hop- extract. It cannot be mixed without cementing the spraying- tools. One solution could be to isolate and concentrate the effective components of hop- extract. However, hop extract is a really interesting agent as an organic wine fungicide and should be further ascertained.