Zur Seitenansicht
 

Titelaufnahme

Titel
Anwendung von dreidimensionalen Beschleunigungssensoren in Funkhalsbandsendern zur Beschreibung von Ruheplätzen europäischer Wildkatzen (Felis silvestris silvestris, Schreber 1777) / Matthias C. Kisler
VerfasserKisler, Matthias C.
GutachterHackländer, Klaus
Erschienen2014
Umfang82 Bl. : graph. Darst., Kt.
HochschulschriftWien, Univ. für Bodenkultur, Masterarb., 2014
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)europäische Wildkatze Felis silvestris Störung Freizeitnutzung Ruheplätze Telemetrie Beschleunigungssensoren Accelerometrie Akzelerometrie Klassifikationsbaum Entscheidungsbaum Schwellenwert Verhalten Rheinauen Deutschland Baden-Württemberg
Schlagwörter (EN)european wildcat felis silvestris disturbance recreation resting sites telemetry accelerometer accelerometry classification decision tree threshold value behaviour Rheinauen floodplain Germany Baden-Wuerttemberg
Schlagwörter (GND)Oberrheinisches Tiefland <Nord> / Mitteleuropäische Wildkatze / Aufenthalt / Beschleunigungssensor / Besucherverhalten
URNurn:nbn:at:at-ubbw:1-5304 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
Anwendung von dreidimensionalen Beschleunigungssensoren in Funkhalsbandsendern zur Beschreibung von Ruheplätzen europäischer Wildkatzen (Felis silvestris silvestris, Schreber 1777) [13.12 mb]
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Europäische Wildkatzen (Felis silvestris silvestris) werden als besonders empfindlich gegenüber Störungen beschrieben. Ungestörte Rückzugsorte sind deshalb von besondere Bedeutung. In der vorliegenden Arbeit soll untersucht werden, wie Wildkatzen in einem Naherholungsgebiet in den Rheinauen anhand der Wahl von Ruheplätzen auf Freizeitaktivitäten reagieren. An den Tieren angebrachte Beschleunigungssensoren ermöglichen die Aufzeichnung und Ansprache von Verhaltensweisen aus der Ferne, ohne dass eine direkte Anwesenheit erforderlich wäre. Die gewonnenen Beschleunigungsdaten ermöglichen die Ermittlung eines Schwellenwerts, mit dessen Hilfe Ruhephasen automatisch identifiziert werden können. Dazu wurden zwei Hauskatzen mit Bewegungssensoren ausgestattet und bei verschiedenen Aktivitäten gefilmt. Die Videoaufnahmen wurden anschließend Bild für Bild ausgewertet und die jeweiligen Verhaltensweisen den dazugehörigen Beschleunigungsdaten zugewiesen. Der Schwellenwert wurde anschließend mittels eines Klassifikationsbaummodells berechnet. Ruhephasen konnten mit einer Treffsicherheit von 89,6-98,5% zuverlässig erkannt werden. Der Schwellenwert wurde anschließend auf Telemetriedaten von 5 besenderten Wildkatzen in den Rheinauen angewendet und auf Praxistauglichkeit getestet. Um die Auswirkungen von Freizeitaktivitäten auf die Lage der Ruheplätze zu bestimmen, wurden in den Rheinauen entlang von häufig frequentierten Wegrändern als Maß für Sichtstörungen Kartierungen der Sichtweiten durchgeführt. Eine signifikante Meidung konnte nicht nachgewiesen werden, ein negativer Einfluss durch Freizeitaktivitäten ist demnach nicht feststellbar. Die scheinbare Toleranz gegenüber Sichtstörungen kann aber auch auf einen Mangel an alternativem, ungestörtem Lebensraum zurückzuführen sein. Auch wurden andere Störfaktoren wie akustische Reize bei den Kartierungen nicht berücksichtigt. Weitere Erhebungen sind notwendig, um einen negativen Einfluss durch Freizeitaktivitäten auszuschließen.

Zusammenfassung (Englisch)

European wildcats (Felis silvestris silvestris) are described as specifically sensitive to human disturbance. Thus the availability of undisturbed resting sites is of particular importance. This study aims to examine how wildcats select their resting sites in the Rheinauen floodplain as reaction to recreational activities. The attachment of accelerometers on a radio collar allows recording and identification of behaviour from afar without an observer having to be present in the field. The captured acceleration data provide the means for the calculation of a threshold value to automatically identify resting phases. To determine this threshold value two domestic cats were equipped with accelerometers and filmed during various activities. Recorded video data was analysed frame by frame and the respective behaviour allocated to the recorded acceleration data. Threshold values were then calculated using a classification tree model. This way resting phases could be distinguished from activity behaviour with accuracy of 89,6-98,5%. The obtained threshold value was then applied to telemetry data of 5 wildcats tagged with radio collars and accelerometers in the Rheinauen floodplain to test for suitability. To assess the effect of human recreational activities on the distribution of resting sites a mapping of sighting distances alongside frequently used forest roads and trails was conducted to estimate visual impact zones as a means to describe sighting disturbance. No evidence for avoidance of impact zones was found. However, apparent tolerance to sighting disturbance could be also an effect of a lack of available undisturbed habitat. Additionally, other types of disturbance such as acoustical disturbance was not taken into account. Further research is necessary to exclude adverse effects of human recreational activities.