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Titelaufnahme

Titel
Effekt von sozialem Lecken verschiedener Körperregionen auf die Herzfrequenz von Milchkühen / eingereicht von Barbara Stockinger
VerfasserStockinger, Barbara
Betreuer / BetreuerinWinckler, Christoph
Erschienen2008
Umfang73 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Univ. für Bodenkultur, Dipl.-Arb., 2008
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Soziale Körperpflege Herzfrequenz Rinder
Schlagwörter (GND)Milchkuh / Sozialverhalten / Lecken / Wohlbefinden / Herzfrequenz
URNurn:nbn:at:at-ubbw:1-4283 Persistent Identifier (URN)
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 Das Werk ist frei verfügbar
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Effekt von sozialem Lecken verschiedener Körperregionen auf die Herzfrequenz von Milchkühen [0.68 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Wohlbefinden der Tiere spielt für die Konsumenten eine immer größere Rolle beim Kauf von Lebensmitteln tierischen Ursprungs. Als möglicher positiver Indikator für Wohlbefinden gilt das soziale Lecken des Rindes. Das Ziel dieser Diplomarbeit bestand daher darin, anhand der Herzfrequenz (HF) zu ermitteln, ob soziales Lecken beim aktiven (Actor) und beim passiven (Receiver) Tier eine beruhigende Wirkung hat und ob diese von der beleckten Körperregion abhängig ist. Zu diesem Zweck wurden bis zu 24 in einem Tretmiststall mit Laufhof gehaltene Fleckviehkühe an insgesamt 18 Tagen per Videoaufzeichnung beobachtet und parallel dazu deren HF ermittelt. Bei der anschließenden Videoauswertung wurden für jeden Leckakt Actor und Receiver, deren Aktivität und die Leckaktkategorie sowie die beleckte Körperregion bestimmt. Insgesamt wurden 370 Leckakte in die Berechungen einbezogen. Soziales Lecken verursachte sowohl bei Actor als auch Receiver einen signifikanten Rückgang der HF während des Leckaktes verglichen mit dem Zeitraum fünf Minuten davor. Beim Actor sank die HF auch in den fünf Minuten danach noch weiter signifikant ab, während sie beim Receiver nach dem Leckakt tendenziell wieder anstieg. Das Belecken des dorsalen, lateralen und ventralen Hals, des Widerristes und des restlichen Körpers führte beim Actor zu einem signifikanten Rückgang der HF während des Leckaktes und/oder in den fünf Minuten danach. Beim Receiver sank die HF signifikant, wenn das Tier am Kopf, am lateralen und ventralen Hals sowie am Rest des Körpers beleckt wurde. Aus diesen Ergebnissen lässt sich auf einen beruhigenden Effekt des sozialen Leckens auf beide Tiere schließen. Dennoch ist der Einsatz des sozialen Leckens als positiver Indikator für Animal Welfare momentan noch nicht zu empfehlen, da noch nicht geklärt ist, ob es ein Zeichen für gesteigertes Wohlbefinden oder eine Reaktion auf eine angespannte Atmosphäre in der Herde ist.

Zusammenfassung (Englisch)

When buying animal products, the welfare of farm animals is becoming of growing importance to consumers. Very few positive indicators of animal welfare are known. In cattle, social licking is regarded a promising indicator of positive emotions. Therefore, the aim of this thesis was to investigate if social licking in dairy cattle has a calming effect in terms of a reduction in heart rate on both the actor and the receiver, and whether this effect is dependent on the body region being licked. In the course of this study up to 24 Simmental cows were investigated for a total of 18 days. The animals were continuously observed using video recordings and their heart rate was measured. From the videos every licking bout was registered. Furthermore, for all social licking interactions the actor and receiver, the animals activity, the categories of social licking and the body region being licked were also determined. In total 370 licking bouts were used in the final analysis. Social licking caused a decrease in heart rate during the bout compared to the heart rate five minutes before in both the actor and receiver. After the grooming bout, heart rate significantly further decreased in the actor while in the receiver it tended to rise. The effect of allogrooming on heart rate differed between different body regions. Licking the dorsal, ventral and lateral neck, the withers or the rest of the body caused a significant drop of the heart rate in the actor during and/or after the bout. For the receiver, being licked on the head, the lateral and ventral neck and the rest of the body reduced the heart rate significantly. In conclusion, social licking has a calming effect on both the actor and the receiver. Nevertheless the use of incidence of allogrooming as an indicator for positive emotions in cattle is still not advisable. So far it is not clear if social licking is really a sign of good animal welfare or just a reaction to a tense and stressful situation in the herd.