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Titelaufnahme

Titel
Ethnobotanische Betrachtung von tropischen Hausgärten in Calakmul, Campeche, Mexiko / von Korinna Neulinger
VerfasserNeulinger, Korinna
Betreuer / BetreuerinVogl, Reinhard Christian
Erschienen2009
Umfang103, [21] Bl. : Ill., graph. Darst., Kt.
HochschulschriftWien, Univ. für Bodenkultur, Dipl.-Arb., 2009
Anmerkung
Mit engl. und span. Zsfassung
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Ethnobotanik, Tropische Hausgärten, Biodiversität, Lokales Wissen
Schlagwörter (EN)Ethnobotany, Tropical home gardens, Biodiversity, Local knowledge
Schlagwörter (GND)Campeche / Nutzgarten / Pflanzen / Lokales Wissen / Campeche / Nutzgarten / Artenreichtum / Verwendung / Campeche / Nutzgarten / Volkskunde
URNurn:nbn:at:at-ubbw:1-1967 Persistent Identifier (URN)
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Ethnobotanische Betrachtung von tropischen Hausgärten in Calakmul, Campeche, Mexiko [1.97 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Tropische Hausgärten gelten mit ihrer komplexen Struktur und hohen Biodiversität als Beispiel einer nachhaltigen und produktiven Form der Landnutzung. Hausgärten erfüllen viele Funktionen, wie die Versorgung mit Lebensmitteln, Medizin und Zierpflanzen. Probleme wie der weltweite Rückgang an Biodiversität, der Verlust von traditionellem Wissen, Armut und fehlende Ernährungssicherung in der Forschungszone werden in dieser Arbeit behandelt. Im Jahr 2008 wurden 20 Hausgärten in 4 Dörfern in Calakmul (Campeche, Mexiko) untersucht. Die BewohnerInnen sind EinwandererInnen mit unterschiedlichen Herkünften. Mittels natur- und sozialwissenschaftlichen Arbeitsmethoden wurden Daten über die botanische Zusammenstellung, Struktur, Infrastruktur und Bewirtschaftung der Hausgärten aufgenommen und der sozialökonomische Hintergrund der BäuerInnen festgestellt. Weiters wurde das traditionelle Wissen über die Verwendung, Bewirtschaftung und Zubereitung der verwendeten Pflanzen aus den Hausgärten erhoben. In den Hausgärten wurden insgesamt 310 Pflanzenarten gefunden, wobei die Familie der Leguminosen (29 Arten), der Euphorbiaceaen (16 Arten) und der Palmaceaen (13 Arten) am artenreichsten vertreten sind. Die krautigen Pflanzen waren am Häufigsten vertreten (119 Arten), gefolgt von den Bäumen (93 Arten) und den Sträuchern (57 Arten). Die häufigsten Pflanzenarten sind Citrus sinensis, Chenopodium ambrosioides und Spondias mombin. Die gebräuchlichste Nutzung erfolgt als Zierpflanze (41,3%), gefolgt von der Nahrungspflanze (35,5%) und der Heilpflanze (30,3%). Die Artenzahl variiert unter den Hausgärten (32 141 Pflanzenarten) und zwischen den Dörfern (111 203 Pflanzenarten). 28 Pflanzenarten kommen ausschließlich in den Hausgärten von Mestizen und 5 Pflanzenarten ausschließlich bei Choles vor. Die botanische Zusammensetzung der Hausgärten steht mit der kulturellen Identität der BewirtschafterInnen im Zusammenhang. In Bezug auf die Verwendung und Funktion der Pflanzenarten und der Bewertung dieser Faktoren durch die BewohnerInnen gibst es keine signifikanten Unterschiede zwischen Alter, Geschlecht oder Kultur. In den untersuchten Hausgärten wurden eine hohe Artenzahl, komplexe Strukturen und eine intensive Nutzung festgestellt.

Zusammenfassung (Englisch)

Tropical home gardens are unique land use systems with high agrobiodiversity and important contributions to livelihood sustainability. Problems addressed in this work are the loss of biodiversity and traditional knowledge of plants, poverty and lack of substantial food supply in the research area. Research questions shall e.g. clarify, i) what and how many plant species are used in the home gardens, ii) how and for what are products from the home gardens used, iii) what differences are between the home gardens? In 2008 an ethnobotanical research was conducted in 20 home gardens in 4 villages in Calakmul (Campeche, Mexico). The inhabitants are exclusively farmers and immigrants with different origins. Data was recorded on the botanical composition, structure and infrastructure of the home gardens, on the socioeconomic background and on the traditional knowledge of the farmers. A total of 310 plant species were found, of which the most abundant families were the Leguminosae (29 species), the Euphoribaceae (16 species) and the Palmaceae (13 species). The herbaceous plants were most abundant with 119 species, followed by trees (93 species) and bushes (57 species). The most frequently found species were Citrus sinensis, Chenopodium ambrosioides and Spondias mombin. The most frequent use of plants is ornamental (41 %), followed by food (35%) and medicinal use (30%). 28 plant species were exclusively found in home gardens of Mestizos and 5 plant species appeared exclusively in Chol home gardens. The number of species varies between farms (32 - 141 plant species) and villages (111 - 203 plant species). The botanical composition of the home gardens is strongly related to the cultural background of the farmers. Nevertheless age, gender or culture (being Chol or Mestizo) does not have an impact on the farmers valuation of the different functions of home gardens. The high number of plants found in the home gardens and the amount of traditional knowledge imply that the products of the home gardens fulfill many needs in the self-sustainable livelihood systems of the farmers of Calakmul.