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Titelaufnahme

Titel
Einfluss des Beobachters auf das Verhalten von Mastschweinen / Kornel Cimer
VerfasserCimer, Kornel
GutachterWinckler, Christoph
Erschienen2011
Umfang81 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Univ. für Bodenkultur, Masterarb., 2011
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Mastschwein, Schwein, Beobachtereffekt, Verhalten, Direktbeobachtung, Welfare Quality Protokoll, Gewöhnung
Schlagwörter (EN)observer effect, pig, fattening pig, behaviour, direct observations, Welfare Quality protocol, habituation
Schlagwörter (GND)Schwein / Tierbeobachtung / Verhaltensmodifikation / Beobachter
URNurn:nbn:at:at-ubbw:1-1901 Persistent Identifier (URN)
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Einfluss des Beobachters auf das Verhalten von Mastschweinen [2.53 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Direktbeobachtungen des Verhaltens in Praxisbetrieben, z. B. im Rahmen der Beurteilung des Wohlergehens von Nutztieren, werden in der Regel ohne längere Gewöhnungsphase an den Beobachter durchgeführt. Es war daher Ziel dieser Studie, den Einfluss der Anwesenheit eines Beobachters auf das Verhalten von Mastschweinen zu untersuchen. Die Versuche wurden auf vier Mastbetrieben mit eingestreuten Haltungssystemen an insgesamt 546 Tieren im Alter von vier bis sechs Monaten durchgeführt. An zwei Versuchstagen wurde eine direkte Beobachtung gemäß des Welfare Quality®-Protokolls simuliert; zwei weitere Tage dienten als Kontrolle ohne Beobachtereinfluss. Das Verhalten wurde mittels indirekter Beobachtung anhand von Videoaufzeichnungen erfasst. In Anlehnung an das Welfare Quality® Protokoll wurde Scan sampling (2min Intervall) zur Erfassung der Grundaktivitäten (z.B. Stehen / Gehen, Liegen, Sitzen), der Beschäftigung (Stroh, Bucht) sowie der sozialen Interaktionen verwendet. Zusätzliche fand eine kontinuierliche Verhaltenszählung sozialer Interaktionen sowie von Komfortverhaltensweisen statt. Durch die Anwesenheit des Beobachters nahmen Sitzen und Stehen/Gehen zu, Liegen und regungsloses Liegen dagegen ab. Ebenso stiegen die Beschäftigung mit Stroh und das Futteraufnahmeverhalten (Fressen am Automaten und Trinken) signifikant an. Auf die Häufigkeit oder den Anteil sozialer Interaktionen (negative und positive Interaktionen) bestand kein Einfluss des Beobachters. Die Häufigkeit von Strecken nahm bei Anwesenheit des Beobachters ab, die Häufigkeit von Scheuern und Schütteln nahm dagegen zu. Eine Verlängerung der Wartezeit vor der Beobachtung von 5 auf 15 Minuten führte lediglich beim Trinkverhalten und tendenziell bei der Beschäftigung mit der Bucht zu einer Wiederannäherung an den Kontrollwert (ohne Beobachter). Die gemäß Welfare Quality® errechneten Kriterien-Scores änderten sich durch die Anwesenheit des Beobachters nicht signifikant. Die Ergebnisse zeigen, dass das Verhalten von Mastschweinen durch die Anwesenheit des Beobachters im Stall wesentlich beeinflusst werden kann. Dieser Beobachtereffekt sollte bei der Planung und der Interpretation von Daten berücksichtigt werden. Der Einfluss lässt sich durch eine Wartezeit von bis zu 15 Minuten nicht signifikant minimieren.

Zusammenfassung (Englisch)

In the course of on-farm welfare assessment, behaviour is usually directly observed without extensive habituation periods. It was therefore the aim of this study to investigate the observer effect during direct observations on the behaviour of fattening pigs. In total 546 fatteners (four to six months old) on four organic fattening pig farms with housing systems with straw bedding were observed. Behaviour of pigs was videotaped on two days per farm when direct observations according to the Welfare Quality® protocol were simulated. During two further days video recordings took place without the presence of the observer. All data were collected by indirect observation from the video material. Recording methods were scan sampling and continuous recording. Following the Welfare Quality® protocol, scan sampling (2min intervals) was carried out to assess basic activity (lying, sitting, standing/moving), exploratory behaviour (features of the pen, enrichment material) and social behaviour. Additionally, continuous behaviour sampling was used to record social behaviour and comfort behaviour (stretching, shaking, rubbing and yawning). When the observer was present, sitting and standing/locomotion increased, whilst lying and motionless lying decreased significantly. Exploratory behaviour directed towards straw and eating/drinking increased in the presence of the observer. There was no observer effect on social interactions (negative and positive social interactions). The incidence of stretching was also reduced, while the frequency of rubbing and shaking increased. The observer effect was not significantly reduced by extending the habituation period to 15 minutes, except for drinking behaviour. Exploration of the pen features also tended to return to baseline values with increased habituation period. Welfare Quality® criterion-scores ‘expression of social behaviours and ‘expression of other behaviours derived from data with or without observer presence did not differ. The observer effect should be considered when designing on-farm studies including direct observations and interpreting respective data. It was not minimised by extending the habituation period to 15 min.