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Titelaufnahme

Titel
Beweidungskonzept zur Entwicklung von Wiesenbrüterhabitaten auf der Nordseeinsel Wangerooge / vorgelegt von Claudia Hunfeld
VerfasserHunfeld, Claudia
Betreuer / BetreuerinHackländer, Klaus
Erschienen2010
Umfang58 Bl., [25 Bl.] : graph. Darst.
HochschulschriftWien, Univ. für Bodenkultur, Masterarb., 2010
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
Anmerkung
Literaturverz. S. 51 -56
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Beweidungsmanagement, Wiesenlimikolen, Entwicklung von Wiesenbrüterhabitate, Feuchtgrünland, extensives Bewirtschaftungsscenario, Besatzdichte, Beweidungsintensität & -druck, Viehtritt, Tageszunahmen, Holstein-Friesian, Lolio-Cynosuretum, Wangerooge, Innengroden
Schlagwörter (EN)Grazing management, meadow birds, development of meadow bird habitats, Grassland of moist type, extensive pasturing, cattle density, pasturing intensity & grazing pressure, trampling by cattle, cattles daily live weight gain, Holstein-Friesian, Lolio-Cynosuretum, Wangerooge, polder
Schlagwörter (GND)Wangerooge / Wiesenbrüter / Feuchtwiese / Beweidung / Holstein-Friesian-Rind
URNurn:nbn:at:at-ubbw:1-1730 Persistent Identifier (URN)
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Beweidungskonzept zur Entwicklung von Wiesenbrüterhabitaten auf der Nordseeinsel Wangerooge [9.36 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

In Deutschland zählen Feuchtgrünlandareale zu den letzten Bruthabitaten von Wiesenlimikolen, deren Brutbestände rückläufig sind. Die vorliegende Studie befasst sich mit der Entwicklung von Wiesenbrüterhabitaten auf Wangerooge, die durch ein Beweidungskonzept mit Rindern der Rasse Holstein Friesian gepflegt werden soll. Hierfür wurde das aktuelle extensive Bewirtschaftungsszenario analysiert, um die Handlungsmöglichkeiten für Besatzdichte und deren Auswirkungen auf die Narbenstruktur beider Weideflächen zu bestimmen. Zu geringe Besatzdichten an Weidevieh verhindern die Ausprägung einer kurzrasigen Grasnarbe. Diese niedrigen Vegetationsstrukturen würden den Anforderungen der Wiesenlimikolen an ihre Brut- und Aufzuchtshabitate entgegen kommen. Die Gelegezerstörung durch Viehtritt als Folge zu hoher Besatzdichten wiederum stellt eine Gefahr für den Bruterfolg der Wiesenvögel dar. Weiterhin hat diese extensive Weidewirtschaft mit einer späten ersten Schnittnutzung Mitte Juli, weitreichende Auswirkungen auf den Weideertrag, die botanische Zusammensetzung und die Futterqualität. Die ermittelte Einzeltierleistung der Rinder über die Weideperiode von 177 Tagen beträgt 600 g Tageszunahmen. Beide Weiden der Innengroden zeigen im Untersuchungsjahr 2009 heterogene Vegetationsstrukturen sowohl mit einer kurzrasigen Grasnarbe als auch Weidebereiche mit einer dichten überständigen Vegetationsdecke. Ein Vergleich mit den bevorzugten Brutrevieren von Kiebitz (Vanellus vanellus), Uferschnepfe (Limosa limosa), Rotschenkel (Tringa totanus) und Austernfischer (Haematopus ostralegus) verdeutlicht, dass durch eine zu geringe Beweidungsintensität und ausbleibende Pflegemahd, wichtige Wiesenbrüterhabitate verloren gehen. Es ist zu empfehlen die Besatzdichte innerhalb der Restriktionen des Wiesenbrüterschutzes zu erhöhen um geeignete Bruthabitate zu schaffen. Eine Erhöhung der Besatzdichte könnte einen vorzeitigen Abtrieb implizieren, damit eine Deckung des Energiebedarfs über den Leistungsbedarf der Holstein Friesian gewährleistet ist. Ein Beweidungsmanagement mit einer eingeschobenen Pflegemahd, angepasst an die Anforderungen des Wiesenbrüterschutzes kommt sowohl den zu schützenden Orchidaceae zugute, als auch der Futterqualität beider Weideflächen.

Zusammenfassung (Englisch)

In Germany grassland of a moist type belongs to the few remaining breeding habitats of meadow bird communities, but the meadow birds breeding population is decreasing more and more. Thus, this paper deals with the establishment of meadow birds habitats on the German Wadden Sea island of Wangerooge. These habitats are planned to be cultivated by grazing of Holstein Frisian cattle. Therefore, the recent extensive grazing system has been analysed in order to determine the possible course of action in terns of stocking density and its impact on the sward of both fields. A low stocking density inhibits the growth of a short sward grazing height. On the one hand, these low vegetational structures assort well with the grassland-dwelling birds demands on breeding habitats. On the other hand, trampling by cattle may seriously affect the birds breeding success. Due to a late first cutting regime in the middle of July, the extensive grazing system may substantially influence the harvest as well as the botanical composition and the pasture quality. It has been ascertained that the cattles daily weight gain amounts to 600 g per day per cow. The two polder pastures, which include both a short sward grazing height as well as a dense vegetation cover, showed heterogeneous vegetation structures when they were analysed in 2009. A comparison with the breeding habitats preferred by the northern lapwing (Vanellus vanellus), the black-tailed gotwit (Limosa limosa), the oystercatcher (Haematopus ostralegus) and the common redshank (Tringa totanus) makes it clear that a low pasturing intensity and a neglect of mowing lead to a loss of essential meadow bird habitats. Thus, the stocking density should be increased in strict accordance with the restrictions of meadow bird conservation in order to create adequate breeding habitats. Increasing the stocking density may lead to an early end of the seasonal grazing period as the the Holstein Friesians energy and power requirements have to stay in balance. To ensure that both polders can be used as long-term extensive grazing grounds, it is important that they remain usable for cattle. A type of grazing management which includes mowing and which meets the requirements of meadow bird conservation is as advantageous for the Orchidaceae deserving protection as it is for the pasture quality.