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Titelaufnahme

Titel
Hühnerhaltung im Obst- und Weinbau : Praxisanalyse mittels Feldforschung in Österreich und Südtirol / Manuela Bergler und Martina Ramsbacher
VerfasserBergler, Manuela ; Ramsbacher, Martina
Betreuer / BetreuerinZollitsch, Werner
Erschienen2011
UmfangXI, 139 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Univ. für Bodenkultur, Masterarb., 2011
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Hühner, Auslaufnutzung, Obstbau, Weinbau, Schädlinge, Nützlinge, Begrünung, Düngung
Schlagwörter (EN)chicken, free-range, distribution, pomiculture, viticulture, pests, beneficial organism, plantation, manuring
Schlagwörter (GND)Obstgarten / Weinberg / Hühnerhaltung
URNurn:nbn:at:at-ubbw:1-1089 Persistent Identifier (URN)
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Hühnerhaltung im Obst- und Weinbau [5.83 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Hühnerhaltung in Obst- bzw. Weingärten könnte sowohl für die Tiere als auch für die Bäume und Reben eine positive Auswirkung haben. Dem natürlichen Schutzbedürfnis der Hühner wird durch die Bepflanzung der Fläche entsprochen, so dürften sich die Hühner weiter vom Stall entfernen, als dies auf unbepflanzten Auslaufflächen der Fall ist, was wiederum zu einer Minderung des häufigen Problems des enormen Nährstoffeintrages in Stallnähe bei Freilandhaltung von Hühnern beiträgt. Im Jänner 2010 wurden neun Landwirte aus Österreich und Südtirol zum Stand der Praxis interviewt. Weiters wurden im Frühjahr 2010 auf Apfel- und Birnenflächen von einem Legehennen- und einem Masthühnerbetrieb (> 3000 Tiere/Betrieb) in der Oststeiermark Untersuchungen zum Verhalten der Tiere im Obstgarten, sowie zu ihrem Einfluss auf Bodennährstoffe, Begrünung und Schädlings- und Nützlingspopulation gemacht. Die Befragungen ergaben, dass sich vor allem kleinere Herden (< 80 Tiere) besser auf den Flächen verteilten als größere Herden (> 3000 Tiere). Dies wurde durch die Feldforschungsergebnisse bestätigt - trotz guter Strukturierung mit Obstbäumen wurde der Auslauf nur von wenigen Hühnern und vor allem in Stallnähe genutzt, wobei die Fahrgassen vermehrt für Begrünungs- und Insektenaufnahme, die Baumstreifen zum Sandbaden verwendet wurden. Die befragten Landwirte konnten eine Reduktion der Begrünung durch die Hühner feststellen, was durch unsere Beobachtungen auf den Betrieben, vor allem in Stallnähe bestätigt werden konnte. Zudem wiesen die stallnahen Bereiche geringere Schädlings- und Nützlingsvorkommen auf. Anhand von Bodenuntersuchungen konnte kein Düngungseffekt durch die Hühner aufgezeigt werden. Neben positiven Auswirkungen auf das tierische Wohlbefinden bietet diese Kombination ein Potential für die Dauerkulturen durch Reduktion von Arbeitsgängen. Weiterführende Untersuchungen sind nötig, um das System in der Praxis zu optimieren.

Zusammenfassung (Englisch)

The integration of chickens into orchards or vineyards could have positive effects on the animals as well as on the trees and vines. The plantation could comply with the natural desire of chickens for protection, therefore the animals might cover greater distances from the stable as compared to an open range situation without shelter. In turn, this might somewhat lessen high nutrient burden, especially in the proximity of the stable which is common in free-range poultry systems. In January 2010 nine farmers were interviewed about their practice of integrating chickens into orchards or vineyards in Austria and South Tyrol. Furthermore, the integration of laying hens and broilers (> 3000 hens/farm) in plots producing apples and pears, respectively, was studied on two farms in Eastern Styria in spring of 2010. The traits studied included animal behaviour in the orchards, the impact on soil nutrients, undergrowth and populations of pests and beneficial organisms. Results from interviews with the farmers showed that animals from smaller flocks (< 80 animals) were distributed more evenly over the free-range area as compared to larger flocks (> 3000 hens). This was confirmed by on site observations: despite an obviously good structure of fruit trees, the free range area was used only by few chickens which were mainly present in the proximity of the barn building. There, open space between rows of trees was used for ingestion of undergrowth and insects, while chickens showed sand bathing inside the rows of trees. The interviewed farmers reported a reduction of undergrowth by the chickens, which was confirmed by own observations, mainly for areas close to the stable. Furthermore, less pests and beneficial organisms were found in the proximity of the stable. Results from soil analysis showed no manuring effect caused by chickens. Besides a positive effect on animal welfare, the integration of chickens has a potential for orchards through the reduction of certain process steps. Further research is needed to optimize the system for practical implementation.