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Titelaufnahme

Titel
Soziale Bewegung im öffentlichen Raum : Strategien und Praktiken emanzipatorischer Raumaneignung und gesellschaftlicher Raumproduktion / Verf.: Lucia Wieger
VerfasserWieger, Lucia
GutachterRaith, Karin
Erschienen2010
Umfang70 S. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Univ. für Bodenkultur, Dipl.-Arb., 2010
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)soziale Bewegung Raumaneignung gesellschaftliche Raumproduktion öffentlicher Freiraum Freiraumplanung Partizipation
Schlagwörter (EN)social movement appropriation of space social production of space public space urban planning participation
Schlagwörter (GND)Öffentlicher Raum / Nutzung / Soziale Bewegung
URNurn:nbn:at:at-ubbw:1-917 Persistent Identifier (URN)
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Soziale Bewegung im öffentlichen Raum [3.9 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Gesellschaftliche Raumproduktion durch emanzipatorische und alltägliche Strategien der Raumaneignung der StadtbewohnerInnen stellt neben der Planung und Gestaltung von Freiräumen durch PlanerInnen einen wichtigen Bereich stadträumlicher Entwicklung dar. Freiräume, die durch eine kritische Auseinandersetzung der BürgerInnen mit bestehenden räumlichen Strukturen und Inhalten entstehen entsprechen den Bedürfnissen der Menschen, die diese Räume nutzen. Unterschiedliche Strategien und Praktiken der gesellschaftlichen Raumaneignung und -produktion sozialer Bewegung als einer speziellen Form, der in den Raum eingreifenden sozialen Gruppe, sowie die im Rahmen dieser sozialen Prozesse entwickelten Freiräume sind Gegenstand der vorliegenden Arbeit. Den Fragen nach den notwendigen Voraussetzungen um öffentliche Freiräume anzueignen und nach den Möglichkeiten der sozialen Bewegung Räume anzueignen und zu produzieren wird anhand einer Fallstudie zweier sozialer Bewegungen in Wien nachgegangen. Die Analyse der Burggarten-Bewegung, die von 1979 bis 1981 mit spontanen Aktionen die Wiese im Burggarten besetzte und der Bacherplatz-Bewegung, einer BürgerInneninitiative, die im Winter und Frühjahr 2006 den Bacherplatz besetzt hielt, ermöglicht eine detaillierte Beschreibung der Strategien und Praktiken der beiden Bewegungen und der von ihnen produzierten Freiräume. Die soziale Bewegung äußert ihre Kritik an gegenwärtigen gesellschaftlichen und räumlichen Verhältnissen in unterschiedlichen künstlerischen, aktionistischen oder widerständischen Formen im öffentlichen Raum und trägt zur Entstehung neuer, gesellschaftlich produzierter Räume bei. Dass urbane Freiräume von den planenden Disziplinen aneigenbar geplant und gestaltet werden müssen, ist Voraussetzung für die Möglichkeit der sozialen Bewegung emanzipatorisch und selbstbestimmt in den Raum, seine Strukturen und Inhalte eingreifen zu können. Offen und flexibel gestaltete Freiräume lassen den notwendigen Spielraum für emanzipatorische Strategien und Praktiken der Raumnutzung und gesellschaftlichen Raumproduktion.

Zusammenfassung (Englisch)

The social production of public space through strategies of appropriation by its inhabitants defines an important aspect of urban development processes. Such emancipatory and everyday strategies correlate with the planning and design of public open space by professional planners. Open spaces that are also developed through a critical engagement of the users with the existing structures correspond and are adapted to their needs. The main subjects of the thesis are different kinds of strategies and practices of appropriation of open space by social movements. The thesis investigates social movements as a special form of a social group that intervenes in the public space and those spaces produced through these processes. A case study that deals with two social movements in Vienna addresses the requirements for and the possibilities of the appropriation of open spaces by a social movement. The analysis of the Burggarten movement that in spontaneous actions occupied the lawn in Burggarten from 1979 to 1981 and the Bacherplatz movement that occupied Bacherplatz in winter and spring 2006 allows for a detailed description of the strategies and practices of those movements as well as their spatial impact. The social movement expresses its critical opinion on social and spatial conditions in different artistic and rebellious ways and contributes to the production of new social spaces. Urban planning has to allow for an appropriation of public spaces to enable the social movement to interfere in an emancipatory and self-determined way within these spaces. Adaptable and flexible designed public open spaces offer the necessary room for emancipatory strategies and practices and enable the use, appropriation and social production of space.