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Titelaufnahme

Titel
Soziale Informationstransmission im Anti-Prädationsverhalten der Spinnmilbe Tetranychus urticae / Anna Weissenböck
VerfasserWeissenböck, Anna
Betreuer / BetreuerinSchausberger, Peter
Erschienen2014
Umfang39 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Univ. für Bodenkultur, Masterarb., 2014
Anmerkung
Mit engl. Zsfassung
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Anti-Prädationsverhalten, Tetranychus urticae, Phytoseiulus persimilis, Spinnmilben, biologische Kontrolle, soziale Transmission
Schlagwörter (EN)Anti-predator behavior, Tetranychus urticae, Phytoseiulus persimilis, spider mites, biological control, social transmission
Schlagwörter (GND)Spinnmilbe / Phytoseiulus persimilis / Räuber-Beute-Verhältnis / Verhaltensforschung / Informationsfluss
URNurn:nbn:at:at-ubbw:1-782 Persistent Identifier (URN)
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Soziale Informationstransmission im Anti-Prädationsverhalten der Spinnmilbe Tetranychus urticae [1.02 mb]
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Verhaltensänderungen die darauf abzielen, einem potentiellen Fressfeind zu entgehen, nennt man Anti-Prädations-Verhalten. Meine Studie sollte herausfinden, ob sich einzelne Individuen der in Gruppen-lebenden Spinnmilbe Tetranychus urticae gegenseitig über die Präsenz eines Räubers in diesem Fall der Raubmilbe Phytoseiulus persimilis informieren bzw. vor diesem warnen können, also ob soziale Transmission von Information bzw. Anti-Prädationsverhalten zwischen den Individuen stattfindet. In der ersten Phase des Experiments wurden Räuber-erfahrene und -naive Spinnmilbenweibchen, die sogenannten Demonstratoren, generiert. Dazu wurdenT. urticae Weibchen auf saubere Blattscheiben oder auf Blattscheiben, welche Spuren von P. persimilis enthielten, gesetzt. Festgehalten wurden Aktivität, Gesamteiablage und der Zeitpunkt der ersten Eiablage der Spinnmilben. T. urticae hat stark auf die Anwesenheit von Spuren ihres Räubers reagiert, d.h. sie waren aktiver und legten weniger Eier. In der zweiten Phase wurde getestet, ob das Verhalten der Demonstratoren Einfluß auf das Verhalten ihrer Beobachter (i.e. naive, aus der Zucht entnommene Spinnmilbenweibchen) hat. Es wurden fünf verschiedene Kombinationen zwischen einem Räuber-naiven oder -erfahrenen Demonstrator und einem naiven Beobachter generiert. Festgehalten wurden die Aktivität, die Gesamteiablage und die Distanz zwischen dem Demonstrator und Beobachter. Jene Beobachter, die alleine auf der Blattscheibe waren, waren am aktivsten, wahrscheinlich weil sie sozialem Stress ausgesetzt waren. Die Aktivität von Räuber-naivem Demonstrator und Beobachter auf sauberen Blättern war positiv korreliert. Meine Studie zeigt somit, dass im Kontext des Anti-Prädationsverhaltens prinzipiell eine gegenseitige Beeinflussung des Verhaltens der einzelnen Individuen stattfinden kann. Weiterführende umfassende Studien sind aber notwendig, um mehr über soziale Transmission von Information bzw. Verhalten bei der Spinnmilbe T. urticae herauszufinden.

Zusammenfassung (Englisch)

Behaviors of prey animals aiming at avoiding being killed by a potential enemy, are called anti-predator behaviors. The purpose of my study was to discover if single individuals of the group-living spider mite Tetranychus urticae warn each other of predation risk in this case, risk posed by the predatory mite Phytoseiulus persimilis. In other words, if social transmission of information and/or anti-predator behavior from demonstrators to observers takes place. In the first phase of the experiment, I generated predator-experienced and -naive spider mite females, the so called demonstrators. To this end, adult T. urticae females were placed on clean leaf discs for 14 hours or on leaf discs that contained traces of P. persimilis. Activity, total egg deposition and the timing of the first oviposition were recorded. T. urticae responded strongly to the presence of traces of their predator, i.e. they were more active and deposited less eggs in presence of predator cues. In the second phase, the demonstrators were singly placed on new clean leaf discs and an “observer” (a predator-naïve spider mite female from the rearing) was added. Five different combinations of predator-naive and -experienced demonstrators and naïve observers were generated. Activity, total oviposition and the distances between the demonstrators and observers were recorded. The activity level of the observers, which were held alone on leaves, was the highest, probably because these individuals experienced social stress due to searching for a conspecific. Additionally, on clean leaf discs, the activity of naive demonstrators and observers was highly significantly positive correlated. Thus, my study shows that a mutual influence between individual spider mites in the context of anti-predator behavior is principally possible. However, further comprehensive studies will be necessary to scrutinize the nature and mechanisms of social transmission of information and/or behavior by T. urticae.