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Titelaufnahme

Titel
Gefahrenpotential von Gletscherseen in Tirol unter Betrachtnahme deren räumlicher und zeitlicher Entwicklung / von Sarah Merkl
VerfasserMerkl, Sarah
GutachterFiebig, Markus ; Mergili, Martin
Erschienen2015
UmfangXII, 62, Y S. : Ill., graph. Darst., Kt.
HochschulschriftWien, Univ. für Bodenkultur, Masterarb., 2015
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Gletscherseen, Alpenraum, Seeninventar, glacial lake outburst flood (GLOF)
Schlagwörter (EN)glacial lakes, Alpine area, lake inventory, glacial lake outburst flood (GLOF)
Schlagwörter (GND)Tirol / Gletschersee / Klimaänderung / Überschwemmungsgefahr
URNurn:nbn:at:at-ubbw:1-720 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
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Gefahrenpotential von Gletscherseen in Tirol unter Betrachtnahme deren räumlicher und zeitlicher Entwicklung [15.92 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Als Folge der Klimaerwärmung schmelzen Gletscher und Seen entstehen. Diese Entwicklung wird anhand des Untersuchungsgebiets Tirol dargestellt um anschließend das Gefahrenpotential von Seeausbrüchen (GLOF) zu berechnen. Das erstellte Inventar enthält Informationen zu 1045 Hochgebirgsseen (Oberfläche >250 m, Lage oberhalb 2000 m ü.A.). Neben der räumlichen Verteilung sind Gletscherkontakt, Abflussverhältnisse und Seetypen dokumentiert. Die Hälfte der Seen (534, 51%) sind durch Moränenmaterial gedämmt, 481 Seen (46%) sind felsgedämmt, 8 Seen (1%) eisgedämmt, 1 See durch eine Massenbewegung und 21 Seen (2%) anthropogenen gestaut. Ein Drittel (338, 33%) aller Seen liegen in kürzlich vergletschertem Terrain. Das Untersuchungsgebiet charakterisiert sich durch eine hohe Anzahl kleinerer Seen. In tieferen Lagen überwiegen moränengedämmte, in höheren felsgedämmten Seen. Ausgewählte Seen wurden mittels Serien historischer Luftbilder analysiert. Unterschiede zeigen sich zwischen verschiedenen Seetypen, vor allem aber in den verschiedenen Entwicklungsphasen. Von der Entstehung an, mit stetigem Seewachstum, steigt die Gefahr eines Seeausbruches, darauf folgt die Phase der Stabilisierung. Mit der Zeit kommt es zur Entkopplung von glazialen Einflüssen und damit zu einer geringen Seeausbruchgefahr. Das Programm r.glof wurde herangezogen um eine großflächige Gefahrenabschätzung zu erstellen und daraus gefährliche Seen zu erfassen. Dem Fleischbachsee in Osttirol wurde als einzigem See eine hohe Gefahrenstufe zugeordnet. Eine mittlere Ausbruchsgefahr wird weiteren 29 Seen zugeschreiben. Auch die Intensität der möglichen Flutwelle des Fleischbachsees wird als sehr hoch eingestuft. Hoch gefährlich könnte der Ausbruch von 23 Seen sein, deren Ausbreitungsflächen auch besiedelten Talboden miteinschließen. Für die identifizierten Seen wären Detailuntersuchungen mit physikalisch basierten Modellen, unter Berücksichtigung sozioökonomischer Faktoren zu empfehlen.

Zusammenfassung (Englisch)

Global warming causes shrinking of glaciers and induces formation of lakes. This development is investigated and documented for the 3,378km study area in western Austria, followed by a hazard estimation of potential lake outburst floods. The high-mountain lake inventory created in the present study contains information on 1045 lakes (surface >250m, elevation higher 2000m asl). Besides the spatial distribution also glacier contact, water outflow properties, and lake type are documented. Half of the lakes (534; 51%) are impounded by moraine material, 481 lakes (46%) have a bedrock, 8 lakes (1%) an ice and one lake a landslide dam. 21 lakes (2%) are of anthropogenic origin. Just one third (338; 33%) of all lakes is located within lately glaciated regions. The study area is characterized by a large number of small lakes. The ratio of rock dammed lakes increases with rising elevation. For a temporal analysis, series of historic aerial photographs of selected lakes were used. Differences do not only appear between lake types, but also in different stages of development. Starting with the first formation in the proglacial stage, steady lake growth increases the danger of glacial lake outburst floods (GLOF). The following periglacial stage is embossed by stabilization of the dam and its surroundings until the lake decouples from the mother glacier. The non-glacial stage displays a decreased outburst hazard. The software r.glof enables to approximate the susceptibility and hazardousness of lake outburst floods at a regional scale. Just one lake, Lake Fleischbach in Eastern Tyrol, was classified as very hazardous, another 29 lakes as medium hazardous. The possible hazard impact of Lake Fleischbach displays a very high hazard indication score. 23 lakes are at a high hazard to produce flood waves or debris flows reaching the valley bottom. Further studies are recommended for the identified potentially harmful lakes using physically based models and socio-economic data.